Pro und Contra: Laufen mit Musik

Die Meinung aus der Running-Redaktion

Laufen mit Musik im Ohr – für manche unverzichtbar, anderen jedoch ein Graus. Auch unsere Redaktion ist sich nicht einig: Tabitha Bühne läuft lieber ohne, Maike Hohlbaum mit Musik.
Text:| Fotos: Alex Hese (Illustrationen)

Kopfhörer-Hersteller haben technisch ausgeklügelte Lösungen ersonnen, um Musikgenuss beim Sport zu optimieren. Aber soll man überhaupt mit Musik laufen? Auch in der RUNNING-Redaktion gibt es unterschiedliche Ansichten. Maike Hohlbaum und Tabitha Bühne wiegen das Für und Wider ab.

Tabitha Bühne will beim Laufen ihre Ruhe.
Foto: Alex Hese

Laufen mit Musik: Kontra

„Das Leben ist doch schon laut genug. Wir werden ständig abgelenkt, vollgedröhnt und mit Reizen überflutet. Warum sich dann auch noch beim Laufen beschallen lassen? Ich kann durchaus verstehen, dass man bei langen Trainingsläufen lieber mit Musik oder Hörbüchern unterwegs ist, um sich die Zeit zu vertreiben. Aber dann verpasst man doch so viel Schönes: die Klänge der Jahreszeiten, das Vogelgezwitscher und das Rauschen der Blätter im Wind, das Knacken der Äste im Wald, das Knirschen des Schotters unter den Füßen. Wenn ich beim Laufen Musik höre, nehme ich nur wenig von dem wahr, was in mir und um mich herum geschieht. Ich fühle mich nicht sicher, weil ich nicht höre, ob sich ein Auto nähert, ein Gewitter naht, oder jemand ruft. Auch die Wahrnehmung meines eigenes Körpers geht verloren: Wie es mir geht, was mich beschäftigt, all das wird verfälscht oder gedämpft. Vor allem bei Wettkämpfen könnte ich nie Musik hören. Das wäre für mich nur ein halbes Erlebnis.“

Laufen mit Musik: Pro

„Manchmal ist mein Leben ein Film – und der hat einen richtig guten Soundtrack! Ich laufe durch den Wald, auf dem Kopfhörer läuft der perfekte Titelsong. Das richtige Lied im richtigen Moment motiviert mich zu neuen Höchstleistungen, treibt mich an, macht mich schneller. Ich laufe gern mit Musik. Klar, nicht immer: Nicht beim Bahntraining, nicht wenn ich mit Freunden unterwegs bin. Und auch im Wettkampf bleiben die Kopfhörer zu Hause. Aber in der Vorbereitung habe ich, vor allem bei langen Läufen, ziemlich oft Musik auf den Ohren. Meine Liebe zur Lauf-Musik geht so weit, dass ich bestimmte Playlists für Marathonvorbereitung oder Halbmarathons erstelle. Die höre ich in der Vorbereitung wochenlang. Einige Songs sind für mich auf ewig mit dem Köln Marathon oder mit dem Halbmarathon in Karlsruhe verbunden. Hörbücher und Podcasts lösen bei mir leider nicht dieselben Glücksgefühle aus: Sie sind mir einfach zu ‚langsam‘.“

Für Maike Hohlbaum darf der richtige Beat nicht fehlen.
Foto: Alex Hese
Redaktion
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