Neue Motivation auf der Hausrunde

Laufen Sie (über) Los!

Seit 25 Jahren schnüren wir bei RUNNING - Das Laufmagazin die Laufschuhe und berichten von spektakulären Events auf der ganzen Welt. Doch seien wir mal ehrlich: Die meisten Kilometer sammeln wir vor der eigenen Haustür. Also nix wie raus!
Text: Wiebke Knoche | Fotos: Saucony, New Balance, Unsplash

Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie lesen einen Bericht über die schönsten Landschaftsläufe in den Schweizer Alpen und Ihre Füße beginnen zu kribbeln. Am liebsten würden Sie auf der Stelle das Schuhwerk wechseln und in ein Laufabenteuer starten. Der Gedanke an die altbekannte Runde im Stadtpark verpasst der Motivation hingegen einen ordentlichen Dämpfer. Doch das muss nicht sein! Höchstwahrscheinlich werden in naher Zukunft zwar keine Alpen aus dem Boden sprießen, doch gibt es auch in Ihrer läuferischen Heimat vielfältige Möglichkeiten, das Lauftraining abwechslungsreich und interessant zu gestalten.

Den Grenzen auf der Spur

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und wir Läufer bilden da keine Ausnahme. Immer und immer wieder trainieren wir auf den gleichen Strecken, spulen unsere Kilometer auf denselben ausgetretenen Pfaden in bekanntem Gelände ab.  Schnell wird die Sporteinheit so zur monotonen Routine. Machen Sie Schluss mit der Tristesse während des Laufes und gehen Sie einmal an Ihre Grenzen. Und das ist wörtlich gemeint: Wir alle leben in einer Gemeinde, in einem Stadtteil oder einem Landkreis. Doch haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wo dieser anfängt und endet? Beim sogenannten Grenzlauf laufen Sie so genau wie möglich die Grenzen der eigenen Heimat ab und entdecken nebenbei neue Straßen und Gegenden. Nehmen Sie zur Planung eine Karte zur Hand (alternativ können Sie die Strecke auch auf Ihrer Laufuhr oder dem Smartphone eingeben), um auf dem richtigen Kurs zu bleiben.

Alles (außer-)gewöhnlich

Bleiben wir beim Thema Gewohnheit oder besser gesagt: Machen wir aus dem Gewöhnlichen etwas Außergewöhnliches. Ob gequetscht in Bus und Bahn oder Stoßstange an Stoßstange auf der Autobahn – die tägliche Pendler-Routine ist für viele Menschen ein notwendiges Übel, um zur Arbeit zu kommen. Doch lässt sich der Weg zum Büro auch besser nutzen? Sie werden es bereits ahnen, es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.

Mensch gegen Maschine

Suchen Sie sich – je nach persönlichem Fitnesslevel und Verfügbarkeit der Nahverkehrsmittel – einen passenden Gegner aus und starten Sie das Mensch-Maschine-Rennen. Auf diese Weise meiden Sie nicht nur den stressigen Pendlerverkehr, sondern starten hochmotiviert in den Tag, um den ersten Erfolg einzufahren oder besser gesagt zu erlaufen. Ihr Renn-Vorteil: Bus und Bahn halten in regelmäßigen Abständen an, was Ihnen wertvolle Zeit schenkt. Rechnen Sie dennoch damit, dass Sie verlieren, denn es ist kein fairer Wettkampf, wenn der Gegner per se schneller ist als man selbst. Bis zu einem gewissen Grad können Sie den Schwierigkeitslevel allerdings selbst bestimmen: Nutzen Sie die Fahrpläne, um zu entscheiden, ob Sie der ganzen Fahrtstrecke folgen, nur einzelne Haltestellen ablaufen oder den direkten Weg zum Ziel nehmen. Auch bei anderen Laufeinheiten können Sie kleinere Wettkämpfe mit den Nahverkehrsmitteln einbauen und auf diese Weise spannende Tempophasen in das Training integrieren. Für mehr Abwechslung im Laufalltag sorgen Sie  außerdem, indem Sie sich von Bus und Bahn zu einer beliebigen Haltestelle transportieren lassen und anschließend den Heimweg in Laufschuhen bestreiten. So entdecken Sie mitunter sogar unbekannte Wege, die das Streckenrepertoire  erweitern.

Alea iacta est - Die Würfel sind gefallen

Sich selbst überrascht, wer die Würfel über die anstehende Laufeinheit entscheiden lässt. Legen Sie für jede Zahl des  Würfels im Vorfeld eine Bedeutung fest. Je mehr Würfel Sie verwenden, desto vielfältiger werden die Trainingsoptionen. So kann ein roter Würfel beispielsweise für die Entfernung und ein blauer Würfel für die Geschwindigkeit stehen, die es zu laufen gilt. Darüber hinaus können Sie kreativ werden und mitunter auch einen „Abenteuer-Würfel“ ins Spiel bringen, der die Art der Aktivität (z.B. Nachtlauf, Berglauf ) bestimmt. Tipp: Würfeln Sie frühzeitig, um ausreichend Zeit zu haben, Ihr Training zu planen. Ach ja, und im Sinne des Fair-Plays gilt auch hier: Schummeln verboten, gewürfelt wird nur einmal.

Rathausplatz und Schlossallee

Der Spieleabend-Klassiker Monopoly eignet sich ebenfalls, um das Lauftraining interessanter zu gestalten. Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein Monopoly-Brett, am besten in einer der vielen Städte- oder Regionalversionen, die es inzwischen weltweit gibt. Wer keine Ausgabe für die eigene Stadt findet, kann mit etwas Fantasie die Straßen- und Bahnhofsnamen anpassen und sein eigenes Spielfeld erstellen. Nun markieren Sie auf einer Stadtkarte alle Straßen und verbinden diese in der Reihenfolge, wie sie auf dem Monopoly-Brett angeordnet sind – fertig ist Ihre Laufrunde. Vor allem in größeren Städten werden Sie schnell merken, dass die Laufrunde, die sich am Monopoly-Spiel orientiert, eine ultimative  Touristenroute ist  und Sie an den wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Bedenken Sie jedoch, dass diese Laufeinheit etwas mehr Zeit und damit auch Kilometer in Anspruch nehmen wird.

Die Zeit im Blick

Wer beruflich oder familiär bedingt einen vollen Terminkalender hat, der sollte in sportlicher Hinsicht sinnvoll planen. Die Laufeinheit ausfallen zu lassen, ist nur im seltensten Fall die beste Lösung. Stellen Sie sich vielmehr folgende Frage: Welche Ausrede haben Sie, von den 1.440 Minuten eines Tages nicht spärliche 60 Minuten zu opfern, um Körper und  Geist etwas Gutes zu tun? Wer hierauf eine Antwort findet, darf die Laufschuhe guten Gewissens in der Ecke stehen lassen. Allen anderen empfehlen wir: Fordern Sie sich selbst heraus und erledigen Sie in diesen 60 Minuten so viel wie möglich – im Lauftempo. Sie entscheiden selbst, womit Sie die Zeit verbringen.

Wohnen Sie zum Beispiel in einer Stadt wie Hamburg oder Berlin, so könnte die Herausforderung darin bestehen, in einer Stunde möglichst viele Stolpersteine abzulaufen. Gibt es in Ihrer Heimat hingegen viele Brücken, Denkmäler oder Kirchen, so bietet es sich an, diese läuferisch zu verbinden. Wichtig hierbei: Anders als bei einem Rennen, das sich über die zu bewältigende Strecke definiert, haben Sie bei dieser Laufeinheit lediglich das Zeitlimit im Blick. Apropos Zeit: Nichts wie rein in die Laufschuhe – vermutlich werden Sie nicht von einem überwältigenden Bergpanorama empfangen, doch das nächste Laufabenteuer wartet auch vor Ihrer Haustür.

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