Laufen, eine Stilfrage

Teil 1: Koordinative Grundlagen

Laufen und Joggen: zwei Begriffe, die synonym füreinander stehen. Zumindest für die meisten Menschen. Passionierte Läufer sehen das anders. Sie unterscheiden.
Text: Matthias Haller | Fotos: Ralf Graner

Sicherlich auch, um sich abzugrenzen von all denjenigen, die zweimal im Jahr mit Turnschuhen aus den 1980ern den Block umrunden. Eine Frage der Eitelkeit also? Keineswegs! Vielmehr eine Frage des Stils. Denn beim Laufen geht es nicht nur um die Art der Bewegung, sondern ebenso um die Form. Skeptiker werden nun einwenden: Was ist mit Paula Radcliffe? Oder Emil Zatopek? Erfolgreich waren beide, Ästheten sicherlich nicht

Laufen und Joggen: zwei Begriffe, die synonym füreinander stehen. Zumindest für die meisten Menschen. Passionierte Läufer sehen das anders. Sie unterscheiden. Sicherlich auch, um sich abzugrenzen von all denjenigen, die zweimal im Jahr mit Turnschuhen aus den 1980ern den Block umrunden. Eine Frage der Eitelkeit also? Keineswegs! Vielmehr eine Frage des Stils. Denn beim Laufen geht es nicht nur um die Art der Bewegung, sondern ebenso um die Form. Skeptiker werden nun einwenden: Was ist mit Paula Radcliffe? Oder Emil Zatopek? Erfolgreich waren beide, Ästheten sicherlich nicht. ((VS_Ende))

Das stimmt. Denn der Stil ist unter anderem abhängig von körperlichen Voraussetzungen – und damit so individuell wie ein jeder Läufer. Und doch gibt es grundlegende Bewegungsmuster, die einen effizienten und erfolgreichen Laufstil ausmachen. Wenigen sind sie als Talent bereits in die Wiege gelegt, die meisten müssen sie erst lernen. Das heißt, sich mit gezielten Übungen den idealtypischen Bewegungsmustern anzunähern. Der Vorteil: Der Stil wird nicht nur eleganter, sondern ebenfalls ökonomischer.

Ein Grundelement im Trainingsalltag

Der Schlüssel zum schönen Laufen lautet: Koordinationstraining beziehungsweise Lauf-ABC. Es besteht aus verschiedenen Übungen, die laufspezifisch Motorik, Beweglichkeit und Rhythmusgefühl schulen. Armeinsatz, Kniehub, Abdruck und Beinstreckung sind nur einige Faktoren, die einen eleganten Laufstil ausmachen. Für Leichtathleten und Läufer sind die Übungen deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Trainingsalltages. Und in anderen Sportarten, in denen läuferische Fähigkeiten gefragt sind, stehen sie gleichfalls auf dem Plan.

Übung macht den Läufer

Insbesondere diejenigen, die über andere Wege zum Laufen gekommen sind, sollten sich Zeit nehmen und üben. Wie so oft gilt: Die Regelmäßigkeit macht es. Denn um ein gefestigtes Bewegungsmuster durch ein neues zu ersetzen, ist Geduld gefragt. Studien gehen davon aus, dass einige Tausend Wiederholungen nötig sind, ehe Körper und Kopf den Ablauf automatisiert haben. Bevor es losgeht, noch ein hilfreicher Tipp: Anfänger sollten die Übungen in Schuhen erlernen. Sie verleihen die nötige Stabilität. Fortgeschrittene können hin und wieder barfuß üben und so die Fußmuskulatur kräftigen.

Worauf noch zu achten ist

Für die Durchführung eine Strecke zwischen 5 und 20 Metern Länge wählen. Dort ist eine Wiederholung der Übung möglich. Den idealen Untergrund bietet eine Tartanbahn. Aber auch Asphalt oder ein fein geschotterter Wirtschaftsweg sind möglich. Uneben darf der Untergrund jedoch nicht sein. Wichtig ist: Qualität geht vor Quantität. Zwei Durchgänge pro Übung sind zu Beginn ausreichend, die jedoch unbedingt sauber ausführen. Vor dem Start empfiehlt sich ein kurzes Warm-up von 10 bis 15 Minuten. Leichtes Dehnen ist des Weiteren sinnvoll. Längere Dehnübungen nehmen der Muskulatur hingegen die Spannung, die für die Übungen zwingend erforderlich ist.

Versprochen ist versprochen

Koordinationstraining erfordert Konzentration und eine erholte Muskulatur. Denn nur so lassen sich die komplexen Bewegungsabläufe sauber ausführen. Nach einer längeren Belastung gilt ein Lauf-ABC daher als wenig zielführend. Die muskuläre Beanspruchung durch die koordinativen Übungen ist nicht zu unterschätzen. Ein ordentlicher Muskelkater am Folgetag ist der dezente Hinweis: Dann ist noch einiges zu tun! Aber Übung macht bekanntlich den Meister.

Der erste Teil unserer zweiteiligen Serie besteht aus vier Basisübungen, die zum Standardrepertoire eines jeden Läufers gehören. Wer sie beherrscht, darf sich dann anspruchsvolleren Übungen zuwenden. Also los! Viel Spaß!

Lesen Sie hier den 2. Teil

Teil 2: Für einen effektiven Laufstil

Das Lauf-ABC sollte für jeden Läufer – ob Amateur oder Profi – zum wöchentlichen Trainingsrepertoire gehören. Als Einstimmung auf die folgende Belastung oder Vorbereitung auf einen Wettkampf erhöht es die Faszienspannung, Frequenz und Koordinationsfähigkeit. Die Übungen erfordern ein hohes Maß an Konzentration. Deshalb empfiehlt es sich, sie in ausgeruhtem Zustand zu absolvieren.
Zum 2. Teil
Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema?
HINWEIS: Um den Artikel zu kommentieren, melden Sie sich einfach mit Ihrem persönlichem Facebook-Account an.