THE KILIAN JORNET FOUNDATION

Der Schutz der Berge spielt für Kilian Jornet schon immer eine zentrale Rolle. Nun hat der Ausnahmeläufer und Skibergsteiger eine Stiftung gegründet, die sich auf verschiedene Weise für den Erhalt der Umwelt einsetzt. Die Kilian-Jornet-Stiftung.
Text: Wiebke Knoche | Fotos: Matti Bernitz / KJ Foundation

Ich habe mein ganzes Leben lang Berge bestiegen und Gletscher überquert, und ich konnte beobachten, wie verheerend die Auswirkungen des Klimawandels sind“, sagt Kilian Jornet. Dieser Entwicklung wollte der spanische Skibergsteiger nicht länger tatenlos zuschauen, er gründete eine eigene Stiftung. Hauptaufgabe der Kilian-Jornet-Stiftung ist die Erhaltung der Berge und ihrer Umwelt. „Wir alle haben die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die nächsten Generationen nicht nur in den Bergen Spaß haben, sondern auf einem gesunden Planeten leben können“, sagt Jornet. Seit seiner Kindheit sind die Berge und die Natur für den Outdoor-Sportler ein Ort des sportlichen und persönlichen Wachstums. Sie mit allen Kräften zu schützen ist für ihn deshalb sowohl zu einer Leidenschaft als auch zu einer Priorität geworden.

 

 

 

 

In unserem globalen System spielen die Berge eine Schlüsselrolle: Ohne sie und ihre Umwelt gäbe es kein Leben, und deshalb ist es wichtig, sie zu erhalten und nachhaltig zu bewirtschaften.

– Kilian Jornet, Skibergsteiger und Trailrunner

Ziele der Stiftung

Gemeinsam mit seinem vierköpfigen Team will Kilian Jornet in drei Bereichen Einfluss ausüben: Erstens sollen Projekte geschaffen und finanziert werden, die auf die Lösung von Umweltproblemen in den Bergen abzielen. Darüber hinaus soll die Stiftung das gesellschaftliche Bewusstsein für die Bedeutung einer gesunden Umwelt stärken. Dabei gehe es um die Art der Fortbewegung, ebenso wie um Einkaufs- und Ernährungsgewohnheiten. Das dritte Arbeitsfeld der Stiftung konzentriert sich auf die Forschung. Es soll in Studien und Überwachsungsdienste investiert werden, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt in den Bergen besser zu verstehen und die bestmöglichen Instrumente zu ihrer Bewältigung zu schaffen.

Jornet habe stets aus eigener Kraft getan, was er konnte, um die Umwelt zu schützen. „Jetzt möchte ich noch einen Schritt weiter gehen und Projekten, Organisationen und Einzelpersonen helfen, die sich dem Erhalt des Planeten widmen. Der Planet braucht alle Hilfe, die wir ihm geben können“, sagt er. Die Stiftung sei vor allem dazu geboren, Ziele zu erreichen, die ein Einzelner nicht erreichen könne und um Wissen und Fähigkeiten für das gemeinsame Ziel der Erhaltung der Bergwelt zu teilen.

Der Kampf gegen den Gletscher-Rückzug 

Das erste Projekt der Kilian-Jornet-Stiftung widmet sich einem der sichtbarsten Phänomene des Klimawandels: Dem Rückzug der Gletscher. In Zusammenarbeit mit dem World Glacier Monitoring Service (WGMS) der Universität Zürich untersuchen Kilian Jornet und sein Team die Veränderungen in Gletschern und sammeln Informationen über deren Fluktuation. Auf dieser Grundlage sollen in einem nächsten Schritt Projekte entwickelt werden, die dazu beitragen, die Eismassen zu erhalten. Denn: In diesen sind 60 bis 80 Prozent des für uns so wichtigen Süßwassers enthalten.

Die Gebirgsumwelt bedeckt 25 Prozent der Erdoberfläche, und alle Bewohner des Planeten hängen direkt oder indirekt in vielfältiger Weise von ihr ab, vor allem in Bezug auf Süßwasser und natürliche Ressourcen.

– Kilian Jornet

Alle in einem Boot

Finanziert werden die Ideen und Projekte der Stiftung vor allem durch Spenden und in Zusammenarbeit mit Organisationen, die für eine nachhaltigere Welt kämpfen. Neben der finanziellen Unterstützung wirbt Kilian Jornet jedoch vor allem für einen respektvollen Umgang mit der Umwelt. Dabei gehe es bereits um die kleinen Dinge, auf die jeder ohne großen Aufwand achten könne, um damit Teil einer kollektiven Lösung zu sein: Keinen Müll in der Natur hinterlassen, beim Kauf von Produkten auf deren Nachhaltigkeit achten, im Wald keinen Lärm machen, um Tiere nicht zu stören oder jene Politik unterstützen, die das Klimathema auf der Agenda hat. „Der Schutz der Berge ist etwas, was wir alle tun können“, so Jornet.

Die Kilian-Jornet-Foundation
Redaktion
Wiebke Knoche
Laufen und schreiben - diesen beiden Leidenschaften geht Wiebke Knoche seit einigen Jahren in der RUNNING-Redaktion nach. Dabei ist sie stets auf der Suche nach spannenden (Lauf-)Geschichten. Nebenbei schreibt sie ihre Masterarbeit im Fach Journalistik.
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