Erfolgreiche Ersatzveranstaltung

Frankfurt Half Marathon Invitational

Beim Frankfurt Half Marathon Invitational am Sonntag, den 13. September, gingen rund 30 Eliteläufer an den Start und konnten nach langer Zeit wieder ihre Stärken unter Wettkampfbedingungen unter Beweis stellen.
Text: Wiebke Knoche | Fotos: Norbert Wilhelmi

Lange Zeit haben die Veranstalter des Frankfurt Marathons nach Lösungen und Alternativen gerungen, um den 42-Kilometer-Straßenklassiker doch noch stattfinden zu lassen. Umso ernüchternder war vor rund einem Monat die Erkenntnis des Renndirektors Jo Schindler, dass an einer Absage Corona bedingt kein Weg vorbeiführe. Die Resignation war jedoch nur von kurzer Dauer und wurde schnell in Kreativität umgewandelt. Mit Erfolg: Innerhalb weniger Wochen organisierte das Team um Jo Schindler den Frankfurt Half Marathon Invitational – eine Ersatzveranstaltung für Elite-Athleten und ohne Zuschauer. „Es ist wichtig für den Sport, dass etwas stattfindet“, begründete Markus Frank, Sportdezernent der Stadt Frankfurt, die Entscheidung. Er war es auch, der am Sonntagmorgen (13.09.) den Startschuss für die 21 Kilometer gab.

Spannendes Rennen um Sieg bei den Männern

Gelaufen wurde auf einem flachen 3-Kilometer-Rundkurs in einem abgesperrten Bereich auf dem Frankfurter Messegelände. Im Wettkampf der Männer lieferten sich der Niederländer Mohamed Ali und Amanal Petros vom TV Wattenscheid lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das Duo hatte sich bereits nach der ersten Runde vom Hauptfeld abgesetzt und die 10-Kilometer-Marke nach weniger als 30 Minuten passiert. Erst in der vorletzten Runde setzte Petros dann zum Schlusssprint an und ließ den Niederländer hinter sich. „Es war super, dass Mohamed Ali mit mir an der Spitze lief und ich dadurch lange Unterstützung hatte“, bilanzierte Amanal Petros im Ziel, das er nach 63:31 Minuten erreichte. Sein Rivale folgte zwanzig Sekunden später.

Einen schlechten Tag hingegen erwischte Arne Gabius. Der deutsche Marathon-Rekordhalter musste das Rennen aufgrund von Atemproblemen bei Kilometer neun unterbrechen, wodurch er kostbare Zeit verlor. Aufgeben kam für den 39-Jährigen jedoch nicht in Frage und so finishte er am Ende auf Rang 18 mit einer Zeit von 67:30 Minuten. Am 4. Oktober will er beim London-Marathon neu angreifen und die Olympia-Norm von 2:11:30 Stunden unterbieten.

Amanal Petros (TV Wattenscheid) sicherte sich nach 63:31 Minuten den Sieg beim Frankfurt Half Marathon Invitational.

Souveräner Start-Ziel-Sieg von Melat Kejeta

Im Rennen der Frauen hatte Melat Kejeta von Beginn an die Nase vorn. Die 27-Jährige lief souverän an und verpasste die deutsche Jahresbestzeit, die sie selbst im Februar beim Halbmarathon in Ras Al Khaimah aufgestellt hatte, um lediglich acht Sekunden. „Eigentlich wollte ich eine Zeit von 67 Minuten erreichen, aber alleine laufend war das schwierig“, sagte Kejeta nach dem Rennen. Stattdessen kam sie nach 69:04 Minuten ins Ziel.

Einen spannenden Kampf um Platz zwei lieferten sich Miriam Dattke und Katharina Steinruck. Während Steinruck lange Zeit das Rennen machte, zog Dattke schließlich bei Kilometer 16 das Tempo an und ließ die Lokalmatadorin hinter sich. Damit sicherte sie sich nach 72:03 Minuten nicht nur Silber, sondern auch einen Startplatz bei der Halbmarathon-WM am 17. Oktober im polnischen Gydnia, ebenso wie Kejeta, Petros und Ali. Doch auch Katharina Steinruck zeigte sich am Ende mit ihrer Zeit von 72:23 Minuten (persönliche Bestzeit) versöhnlich: „Ich wollte eigentlich eine Minute schneller laufen. Aber es war das erste Rennen seit Langem, und irgendwie war ich vorher sehr nervös.“

Unter den gegebenen Umständen zeigte sich auch Renndirektor Jo Schindler am Sonntagnachmittag zufrieden mit der Veranstaltung und sprach von einem gelungenen Rennen für alle Beteiligten. Zur Gewohnheit solle eine solche Veranstaltung jedoch nicht werden. Für 2021 ist Schindler optimistisch: „Im nächsten Jahr gibt es wieder einen Marathon mit dem schönsten und emotionalsten Zieleinlauf der Welt: in die Frankfurter Festhalle!“

Redaktion
Wiebke Knoche
Laufen und schreiben - diesen beiden Leidenschaften geht Wiebke Knoche seit einigen Jahren in der RUNNING-Redaktion nach. Dabei ist sie stets auf der Suche nach spannenden (Lauf-)Geschichten. Nebenbei schreibt sie ihre Masterarbeit im Fach Journalistik.
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