Das Land der Burgen und Schlösser

Lauf-Exkursionen für Romantiker

Mehr als 25.000 Burgen, Schlösser, Ruinen und Bodendenkmäler gibt es auf deutschem Boden. Sie entführen uns in eine längst vergangene Zeit, als Könige und Fürsten sich Prunkbauten errichten ließen. Alle laden sie uns zu Lauf-Exkursionen ein.
Text: Tabitha Bühne | Fotos: Tabitha Bühne

Natürlich gehören dazu Top-Reiseziele wie das bayrische Schloss Neuschwanstein, Burg Eltz in der Eifel, die Wartburg in Eisenach oder das Schloss Sans-Souci in Potsdam. Aber es gibt darüber hinaus unglaublich viele unbekannte Schmuckstücke, die nicht überlaufen sind und gerade für Läufer tolle Ausflugs-und Trainingsmöglichkeiten bereithalten. Ich habe mich in meiner neuen Heimat südlich von Leipzig umgeschaut und dabei viele geheimnisvolle Burgen und traumhafte Schlössern entdeckt.

Klein, aber fein: Burg Gnadenstein

In einem kleinen versteckten Ort, mitten über dem Tal des Flüsschens Wyhra im Mittelsächsischen Hügelland steht auf einem Felsen aus vulkanischem Gestein eine kleine, aber feine Burg. Burg Gnandstein gilt als Sachsens besterhaltene romanische Wehranlage. Hier scheint die Welt noch in Ordnung: direkt neben der Burg fließt ein Bächlein und auf dem großen Dorfteich spielen Enten. Es gibt auch einen liebevoll gestalteten Märchengarten und viele Lauf- oder Wandermöglichkeiten. Die Namen der hiesigen Fließgewässer lauten Katze, Ratte und Maus.

Frohburg gehört zum Kohrener Land, das für Touristen auch sonst noch einiges zu bieten hat. Mehr als zehn Lauf- oder Wanderrouten stehen in und um Kohren-Sahlis zur Auswahl: Nach Frohburg sind es 13 Kilometer, die Talsperrenroute Schönbach umfasst zehn Kilometer. Der Rundweg von Burg Gnadstein ist nur sieben Kilometer lang, er führt von der Burg durch kleine Orte bis ins Mausbachtal, am Bach entlang zum Gellertbrunnen, über eine Wiese zum Rokokopark, dem Lusthaus und Totenberg zum Putschel mit einem tollen Blick auf die Töpferstadt. Wer eine längere Einheit machen möchte, kann die 18 Kilometer zu den Eschefelder Teichen unter die Füße nehmen oder zum 18 Kilometer entfernten Schloss Rochlitz laufen.

Burg Gnadenstein

Die Perle an der Mulde: Frohburg

Frohburg gehört zum Kohrener Land, das für Touristen auch sonst noch einiges zu bieten hat. Mehr als zehn Lauf- oder Wanderrouten stehen in und um Kohren-Sahlis zur Auswahl: Nach Frohburg sind es 13 Kilometer, die Talsperrenroute Schönbach umfasst zehn Kilometer. Der Rundweg von Burg Gnadstein ist nur sieben Kilometer lang, er führt von der Burg durch kleine Orte bis ins Mausbachtal, am Bach entlang zum Gellertbrunnen, über eine Wiese zum Rokokopark, dem Lusthaus und Totenberg zum Putschel mit einem tollen Blick auf die Töpferstadt. Wer eine längere Einheit machen möchte, kann die 18 Kilometer zu den Eschefelder Teichen unter die Füße nehmen oder zum 18 Kilometer entfernten Schloss Rochlitz laufen.

Burg Kriebstein

Die schönste Ritterburg Sachsens: Burg Kriebstein

Man kommt sich auf Burg Kriebstein vor wie in einer Folge von „Game of Thrones“ oder wie im „Herrn der Ringe“. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Ringburg oft als Filmkulisse genutzt wird. Wer dem kleinen Pfad unterhalb der Burg folgt, wird über eine Brücke geführt und bekommt hier einen bezaubernden Blick auf das Gebäude. Die Burg erhebt sich vor dem rauschenden Fluss auf einem steilen Felsen. Der Aussichtspunkt ist auch der perfekte Ort für ein romantisches Picknick. Wir erkunden aber noch einige Trails im Umkreis und kehren dann in einem urigen Gasthaus „An der Wendeschleife“ ein. Ein Holzschild mit dem Spruch „Sich regen bringt Segen“ hängt über dem Tresen. Als Spezialität wird der „Mittweidaer Ritterstumpen“ angeboten: eine besondere Wurstvariante. Nicht gerade „Health Food“; aber so aßen sie nun mal, die alten Rittersleute.

Die mittelalterliche Burg Kriebstein liegt direkt im Zentrum des Städtedreiecks Dresden-Chemnitz-Leipzig. Vom Parkplatz an der Talsperre Kriebstein kann man eine schöne Runde um den See laufen. Die Burg liegt übrigens auf dem berühmten „Lutherweg“ – einem 550 Kilometer langen Pilger- und Wanderweg, auf dem man Stationen des Reformators nachläuft: für alle, die das Laufen und Wandern mit dem Meditieren verbinden möchten!

Burg Mildenstein in Leisnig

Sie ist nicht ganz so berühmt wie Schloss Rochlitz und Burg Kriebstein, aber auch eine Reise wert. Man kann nicht nur die Burg besichtigen, sondern auch das benachbarte Stiefelmuseum, in dessen Foyer ein Vier-Meter-Treter prangt. Die Burg samt der Innenstadt von Leisnig liegt hoch über der Mulde, die einen hübschen Bogen darum macht. Aus dem Zentrum kann man durch verwinkelte, zuweilen etwas ausgestorbene Gassen zum Fluss herunterlaufen, eine Strecke parallel dazu auf einem gut angelegten Weg, dann wieder herum: eine nette Laufrunde, für die man je nach Fitness eine halbe Stunde braucht.

Historisches Highlight: Schloss Colditz

Wer jetzt noch nicht genug hat, sollte sich noch auf den Weg zu einem weiteren historischen Highlight machen. Es liegt nur rund zehn Kilometer von Burg Mildenstein entfernt. Hier wartet ein Renaissance-Schloss mit besonderem Charme. Es war Herrschersitz, Jagdschloss und Witwenresidenz und gilt mit seinen weißen Giebeln als eines der schönsten mitteldeutschen Baudenkmäler des 16. Jahrhunderts. Im Zweiten Weltkrieg waren hier alliierte Kriegsgefangene interniert. Es gibt sogar einen zweiteiligen Fernsehfilm darüber, „Colditz“, mit Tom Hardy und Damian Lewis. Heute wird das Schloss als Jugendherberge genutzt. Wer einen kleinen Geldbeutel hat und ein paar Tage laufen, wandern, chillend im Muldetal verbringen will, kann hier preisgünstig unterkommen. Die Mulde entlang kann man von hier in die nächstgrößere Kleinstadt Grimma, die über eine zauberhafte Altstadt verfügt, etwa 15 Kilometer entfernt ist.

Meißen - ein Ort zum Verlieben

Die Stadt ist vor allem berühmt für ihr Porzellan berühmt, hat aber viel mehr zu bieten. Hier befindet sich die Albrechtsburg, die ein echtes Highlight für sich reklamieren kann. Es handelt sich um das allerälteste deutsche Schloss! Vom Elbufer bekommt man einen tollen Blick auf Schloss und Dom. Ein perfekter Instagram-Klick-Trigger! Wer die Teppen zur Burg hinaufjoggt, am Dom entlang und durch die historische Altstadt mit vielen kleinen Läden rennt, fühlt sich wie in einer Zeitreise. Von Meißen geht es entlang der Elbe und vorbei an der Karl-May-Stadt Radebeul nach Dresden. Die ganze Region ist ein wahres Laufrouten-Paradies. Eine großartige Gelegenheit, die Stadt Meißen, dazu das nahegelegene Schloss Proschwitz und das Elbtal läuferisch kennenzulernen, ist der Elbtal Weinlauf im Oktober. (www.elbtal-weinlauf.de).

So – das war eine kleine, persönliche Auswahl, die nach Belieben erweitert werden kann. Abschließend möchte ich noch auf ein Schloss hinweisen und einen dazugehörigen Lauf, der nicht ganz vor meiner Haustür stattfindet, aber auch nicht weit von Leipzig entfernt ist.

Foto: Tabitha Bühne

Wo ein Ritter Beine macht

Wenn ein „Ritter von Kempski“ zum Lauf einlädt, klingt es schon wie in einem Abenteuerroman. Dem Ritter, der tatsächlich existiert, gehört das Schlosshotel. Er ist der Initiator des Schlosslaufs, der vor ein paar Jahren ins Leben gerufen wurde und immer mehr Fans findet. Kein Wunder: Stolberg ist nicht irgendein Dorf, sondern laut einer aktuellen Umfrage das schönste Dorf in ganz Deutschland! Praktischerweise liegt es ganz in der Mitte der Bundesrepublik, je etwa 120 bis 150 Kilometer von Kassel und Leipzig, Braunschweig und Coburg entfernt, im wunderschönen Naturpark Südharz in Sachsen-Anhalt.

Die Strecke ist abwechslungsreich und hügelig. Gestartet wird natürlich am Wahrzeichen des Dorfes, dem Schloss. Dann geht es den Berg hinunter, zunächst vorbei an Fachwerkhäusern, dann über Stock und Stein durch Buchenwälder und auf Anhöhen mit faszinierenden Ausblicken. Den Lauf kann man in den unterschiedlichsten Längen absolvieren: Neben Fünf- sowie Zehn-Kilometer-Lauf und Kinderläufen gibt es auch einen 21-Kilometer-Lauf, der allein oder als Vierer-Staffel absolviert werden kann. Diese lange Strecke ist die schönste und anspruchsvollste von allen. Sie führt in ein anderes Harz-Dorf, Rottleberode, und wieder nach Stolberg zurück.

Die Strecke ist abwechslungsreich und hügelig. Gestartet wird natürlich am Wahrzeichen des Dorfes, dem Schloss. Dann geht es den Berg hinunter, zunächst vorbei an Fachwerkhäusern, dann über Stock und Stein durch Buchenwälder und auf Anhöhen mit faszinierenden Ausblicken. Den Lauf kann man in den unterschiedlichsten Längen absolvieren: Neben Fünf- sowie Zehn-Kilometer-Lauf und Kinderläufen gibt es auch einen 21-Kilometer-Lauf, der allein oder als Vierer-Staffel absolviert werden kann. Diese lange Strecke ist die schönste und anspruchsvollste von allen. Sie führt in ein anderes Harz-Dorf, Rottleberode, und wieder nach Stolberg zurück.

Mehr als 600 Teilnehmer gingen im letzten Jahr an den Start. Anschließend feierten sie im Schlossgarten – bei Pasta und Life-Musik. Wer den Lauf mit einem Kurzurlaub verbinden will, der kann zwischen sage und schreibe zehn (!) Unesco-Weltkulturerbestätten auswählen, die alle im Umkreis von Stolberg liegen. Nicht weit entfernt sind auch das monumentale Kyffhäuserdenkmal und die spektakuläre Stahlfachwerkbau-Aussichtsplattform Josephskreuz.

Der nächste Lauf findet am 22.08.2020 statt. Mit der Teilnahme unterstützt man übrigens noch einen guten Zweck. Ein Teil der Gebühren fließt in soziale und kulturelle Projekte vor Ort. Zur Anmeldung geht es hier: www.stolberger-schloss-lauf.de

Stolberger Schlosslauf: Die Teilnehmer haben hier die Wahl zwischen der Halbmarathon-Distanz oder einem fünf bzw. zehn Kilometer-Lauf.
Redaktion
Tabitha Bühne
Tabitha Bühne ist Autorin, Ernährungsberaterin und Systemischer Coach, liebt sportliche Herausforderungen wie Ultra-Läufe oder Etappenrennen und probiert gerne neue Trainingsmethoden aus.
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