Berlin läuft Weltrekord

Die 20139 Challenge in Berlin

Der Berlin Marathon konnte nicht stattfinden. Gelaufen wurde aber dennoch: Eine Staffel von vier Spitzenläufern stellte die Weltrekordzeit von 2018 ein und 15.000 Läufer liefen ihre persönliche 20139 Challenge auf der ganzen Welt.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: SCC Events Camera 4, SCC Events

Um 9:20 gab der Regierende Bürgermeister Michael Müller den Startschuss. Allerdings nicht für die knapp 50.000 Läufer, die ursprünglich in Berlin starten wollten. Aber für vier Spitzenläufer, die sich das Zielgesetzt hatten, als Staffel die Zeit von Eliud Kipchoge von 2:01:39 Stunden zu unterbieten. Ihre Strecke: 105 Runden um die Siegessäule. Philipp Pflieger, Florian Orth, Richard Ringer und Johannes Motschmann wechselten sich auf der Strecke ab. Parallel zu ihnen lief das elektrische Pace-Car, das die Geschwindigkeit des Weltrekordhalters fuhr. Bis auf einen kurzen Zeitraum waren die vier dem Fahrzeug stets voraus. Eliud Kipchoge selbst hatte ihnen zuvor eine Videobotschaft gesendet: Glaubt an euch und nicht an Grenzen, dann werdet ihr es schaffen. Und tatsächlich: Die vier, die auf die letzte Runde gemeinsam gingen, kamen in 2:01:34 Stunden an. Mission erfüllt.

Zur gleichen Zeit machten sich auch unzählige Hobby-Läufer überall auf der Welt auf ihre persönliche Challenge. Hierbei galt es, genau 2:01:39 Stunen zu laufen – und zu sehen, wie weit man kommt. Schon während der Live-Übertragung der rbb konnte Mit-Moderatorin Gina Lückenkemper circa 13.000 Teilnehmer registrieren, die von überall her Posts von ihrem Lauf schickten. Bis auf 15.000 Teilnehmer stieg diese Zahl noch bis zum Abend.

 

 

 

Richard Ringer und Philipp Pflieger beim Staffelwechsel
Foto: SCC Events Camera 4

Auch die Frauenstaffel war stark besetzt: Hier gingen Anja Scherl, Deborah Schöneborn, Melat Kejeta und Christina Gerdes an den Start. Auch ihre Zielzeit lautete: 2:01:39 Stunden. 36,58 Kilometer standen zu Buche, als die Uhr stoppte.

Wie stark sich die Sport-Metropole Berlin an dem Event beteiligte, lässt sich an der hohen Zahl der Berliner und Berlinerinnen absehen, die an der Challenge teilnahmen. Um kurz nach 11:00 waren fast 7.000 Berliner auf der Strecke.

 

Foto: SCC Events

Wie schnell Weltrekord ist, konnten einige Gäste bei der Live-Übertragung des rbb Fernsehens nachvollziehen. Denn der Sender hatte ein Laufband dabei, das tatsächlich für 21 Stundenkilometer ausreichte. Sprinterin Gina Lückenkemper, Rabea Schöneborn und sogar Mark Milde vom SCC nahmen den Selbstversuch vor.

Bereits am Samstag fand ein 10 Kilometer Rennen, das 10k Invitational statt. Philipp Pflieger lief hier eine neue Bestzeit. Und bei den Frauen lieferten sich Miriam Dattke und Katharina Steinruck erneut ein Duell. Im Gegensatz zum Half Invitational in Frankfurt, konnte nun Katharina Steinruck ihrer Kollegin einige Sekunden abknöpfen. Von allen Beteiligten war ein starkes Rennen zu sehen.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren mit der RUNNING und mit dem Laufsport verbunden. Die Natur genießen, Städte erkunden und die unglaublichsten Geschichten entdecken – das ist Laufen.
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