Aktiv für die Berge

Spendenaktion für die Alpen

Als Team gehen Magdalena Kalus und Susann Lehmann auf die 250-Kilometer Distanz des Eiger Ultra. Doch nicht nur sportlich haben sich die beiden etwas vorgenommen. Mit dem Lauf wollen sie Spenden in Höhe von 25.000 Euro für den Naturschutz sammeln.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: Philipp Reiter, privat

Wie das geht und wie jeder Follower und Interessierte das Projekt unterstützen kann, hat uns Magdalena Kalus im Interview erläutert.

RUNNING: Hallo Magdalena. Lass uns damit beginnen, dass du dich und deine Mitläuferin einmal kurz vorstellst und uns sagst, was du machst wenn ihr lauft und wenn ihr nicht lauft.

Magdalena: Ich bin Maggy und wenn ich nicht laufe, bin ich HR Managerin bei einem Private Equity-Unternehmen. Mit einer Freundin bin ich vor circa 6–7 Jahren durch den Bergsport, das Trailrunning dazu gekommen, einen Bergsport-Blog zu gründen. Der ist immer weiter gewachsen, die Beiträge wurden immer länger. Eine weitere Freundin, Susann Lehmann, die vom Marathonlaufen her kommt und auch schon die World Marathon Majors gefinisht hat, ist dann dazugestoßen. Zusammen haben wir das Projekt auf die Beine gestellt, 250 Kilometer zu laufen. Susi ist neben dem Laufen als Social Media Managerin und Grafikerin tätig, wir sitzen beide also viel vor dem PC. Wir wohnen 10 km voneinander entfernt und waren, seit wir dort wohnen, viel miteinander am Berg, hatten immer viel Spaß und so ist die Idee entstanden, dass wir uns an eine längere Distanz wagen wollen. Und mit der längeren Distanz wollten wir auch gerne etwas Gutes verbinden. Susi hat schon viele Spendenläufe gemacht, immer mal hier gesammelt, da gesammelt, und ich bin nebenbei noch Naturschutz-Botschafterin für den Landkreis Bad Tölz/Wolfratshausen. Uns beiden liegen also die Natur, die Tiere am Herzen. So haben wir uns gesagt: Dann stellen wir doch zum größten Laufprojekt auch das größte Spendenprojekt auf die Beine.

Maggy

RUNNING: Wenn man dir auf Instagram folgt, hast du ja schon viele ambitionierte Bergläufe geschafft. Was ist dir denn dabei in puncto Natur aufgefallen? Was hat dich da motiviert?

Magdalena: Ich habe Tiermedizin studiert und war schon immer sehr naturaffin und tierlieb. Außerdem habe ich immer viel Sport draußen gemacht. Früher bin ich wie jeder mit dem Auto zwei Stunden im Stau an den Tegernsee und abends wieder zwei Stunden zurück, und habe mir eigentlich wenig Gedanken darüber gemacht, welchen Impact dieses Verhalten auf die Berge hat. Seit anderthalb Jahren bin ich an den Walchensee gezogen – Homeoffice und Corona machens möglich – und habe miterlebt, mit was die Natur, der Berg, die Anwohner, das ganze Ökosystem zu kämpfen haben. In Corona-Zeiten war das noch einmal extremer, weil praktisch jeder in die Berge gefahren ist, man konnte ja nichts anderes mehr machen. Und da hat man jeden Tag, wenn die Sonne unterging, gesehen, wieviel Müll noch herumlag am Walchensee. Das hat mein Bewusstsein geschärft. Wir leben ja praktisch vom Berg, der gibt uns so viel – Freizeit, Beschäftigung, Ruhe, Kraft. Aber der Berg kann sich nicht selbst helfen, wenn er Probleme hat. Ganz gleich ob das jetzt Müll ist oder Erosion. So bin ich auf den Landkreis zugegangen und habe gesagt, ich würde mich da gerne engagieren, sodass man auch einen größere Wirkung erzielt als jetzt nur den Müll einzusammeln. So kam es zu der Spendensumme von 25.000 Euro, also etwas für jeden Schritt.

RUNNING: Der Lauf, um den es geht, der Eiger Ultra Trail, findet im Juli statt. Wie funktioniert eure Spendenaktion konkret?

Magdalena: Wir wollen das Geld über unsere Follower und organisch über die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung sammeln. Auch Partner-Brands oder andere Firmen dürfen gerne spenden. Das Geld soll an den BUND Naturschutz Bayern gehen. Der Lauf geht über 100 Stunden, vier Tage. Wir werden einen Film darüber machen, werden einen Fotografen dabei haben und eine richtige Support-Crew.

RUNNING: Und ihr beide lauft den 250 Kilometer Ultra Trail.

Magdalena: Genau, Susann und ich laufen den Eiger Ultra. Es handelt sich um einen Teamlauf, das heißt, wir müssen den zusammen finishen, man darf auch bei keiner Verpflegungsstelle voneinander getrennt sein. Wenn einer ausscheidet, ist man als Team draußen. Für Follower und alle, die spenden wollen, gibt es eine Website, wo auch noch einmal alle Infos verfügbar sind. Die Spenden gehen direkt an den BUND Naturschutz, es sind also auch Spendenquittungen möglich, das wird also alles direkt vom BUND Naturschutz organisiert.

Susi

RUNNING: Wofür wird das Geld verwendet?

Magdalena: Vereinbart wurde, dass das Geld in Projekte fließen soll, die im Alpenraum stattfinden. Denn wir wohnen ja in den Alpen, sie sind unser Trainingsgebiet. Im Bereich Alpen gibt es ganz verschiedene Projekte und zurzeit sind wir noch in der Feinabstimmung, ob wir uns auf 2–3 Projekte konkret festlegen. Andererseits wird beim BUND Naturschutz auch immer an unterschiedlichen Stellen Geld gebraucht, daher haben wir uns bisher noch nicht festgelegt. Der Spendentopf wird drei Monate lang geöffnet sein, vom 1. Juni bis zum 31. August. Das Ganze wird auch dokumentiert. Ideal wäre natürlich, wenn das Projekt zu einem Ergebnis führt, das man sich dann auch tatsächlich anschauen kann.

RUNNING: Da sind wir gespannt und freuen uns darauf, euch auf den Social Media beim Laufen zu folgen. Kann man denn, abgesehen vom Spenden, als einzelner Läufer oder Trailrunner auch sonst etwas für die Natur tun?

Magdalena: Bergsport ist aktuell ein Trend. Trailrunning machen derzeit gefühlt ganz viele Leute, darunter auch Leute, die vielleicht mit den Bergen gar keine so enge Verbindung haben. Wichtig ist, dass man alles, was man hineinträgt, auch wieder mitnimmt, dass man keine Verpackungsreste vom Gel oder Riegel fallen lässt und dass man auch mal was mitnimmt, wenn man etwas am Wegesrand liegen sieht. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass man auf den Wegen bleibt, es gibt immer wieder Abschneider, Trailrunner wollen ja möglichst schnell sein und kürzen dann ab, quer durch die Botanik. Doch hier ist der Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Keiner will einen Berg, wo am Ende zehn verschiedenen Trails nebeneinander existieren. Wir suchen ja das Urspüngliche, das Naturbelassene.

Wissenswertes

Spendenlauf für die Alpen

Laufveranstaltung: Eiger Ultra Trail by UTMB

Läuferinnen: Magdalena Kalus und Susann Lehmann

Facebook/Instagram: @youareanadventurestory   @runskills

Website: beim BUND Naturschutz

Zeitraum: 01.06.2022–31.08.2022

Spendenziel: 25.000 Euro

Partner: BUND Naturschutz Bayern e.V.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren mit der RUNNING und mit dem Laufsport verbunden. Die Natur genießen, Städte erkunden und die unglaublichsten Geschichten entdecken – das ist Laufen.
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