- Anzeige -
Ratgeber

Das Abenteuer Virtual Runners

Laufen erleben, Medaillen gewinnen und Freunde finden

Seit Beginn der Corona-Krise sind virtuelle Läufe eine feste Größe in unserem Sport. Niemand kann besser über diese Entwicklung Auskunft geben als die Macher von Virtual Runners.

Wir sprechen mit Kishor Sridhar darüber, was es mit den Virtual Runners auf sich hat sowie ihren Läufen – etwa dem Run & Roll-Charity-Inclusions-Race oder dem 1. Gesamtdeutschen Vereinslauf.

RUNNING: Was ist die Idee hinter den Virtual Runners?

Kishor Sridhar: Es gab den Wunsch nach Läufen trotz Corona-bedingten Absagen der Live-Marathons und die Idee der virtuellen Läufe. An einem bestimmten Punkt haben wir uns gesagt: Das machen wir anders, wir können hochwertige Medaillen und erstklassige Shirts, beides Made in Germany, bieten sowie attraktive Läufe für alle Laufbegeisterten. Das war der ursprüngliche Gedanke. Doch das hat sich sehr schnell weiterentwickelt, denn wir haben ganz viele Leute zum Laufen gebracht, die vorher überhaupt nicht gelaufen sind oder nur gelegentlich joggen waren. Und die noch nie an einem Rennen teilgenommen haben, keine Lust auf Massenstarts haben und nun für virtuelle Rennen begeistert wurden. Ein weiterer Gedanke von uns ist, Menschen miteinander zu verbinden. Wir haben eine eigene Facebookgruppe für jeden Lauf. Da tauscht man sich aus, motiviert sich gegenseitig und es entstehen nicht nur virtuelle Freundschaften, sondern die Leute sagen uns: Wir treffen uns jetzt auch privat.

RUNNING: Was ist das Besondere an den Virtual Runners im Vergleich zu digitalen Läufen etwa von anderen Veranstaltern?

Kishor Sridhar: Das Besondere ist eben, Menschen zu verbinden, dass du beispielsweise beim Moscow Marathon sogar mit Leuten aus Russland zusammen läufst. Sie zeigen dir auf Facebook, wie es bei ihnen ausschaut, wo sie laufen. Wir vermitteln das Gefühl, dass der Lauf eine gemeinsame Sache ist, neben der erstklassigen Medaille ist es also vor allem das Gemeinschaftsgefühl, das wir bieten.

RUNNING: Bei den beiden Läufen Run & Roll sowie dem 1. Gesamtdeutschen Vereinslauf gibt es auch den Charity-Aspekt, also die Leute spenden etwas.

Kishor Sridhar: Ja genau. Die Idee kam uns durch Anfragen von Rollstuhlfahrern, die uns gefragt haben, ob sie denn auch bei unseren Runs mitmachen könnten. Wir haben gesagt: Ja, natürlich. In einer E-Mail schrieb mir jemand: Es ist schade, dass wir immer erst anfragen müssen. Ihr antwortet zwar super nett und schnell. Aber wir müssen immer anklopfen. Gibt es nicht die Möglichkeit, ein Event zu machen, bei dem wir von vorneherein dabei sein können? So haben wir gesagt: beim Run & Roll gehen Läufer und Rollstuhlfahrer gemeinsam an den Start. Wir bieten unterschiedliche Rankings an. Das ist Inklusion, auch hier wieder der Gedanke, Menschen zusammenzuführen. Die Teilnehmer spenden nicht on top, sondern von den Startgebühren gehen 3 Euro ab. Damit werden unterschiedliche Projekte unterstützt.

RUNNING: Wie findet das Ranking statt und wie wird die eigene Zeit gemessen?

Kishor Sridhar: Wir bieten Ranking klassisch nach Altersgruppen und Geschlecht an. Beim Run & Roll Race gibt es auch verschiedene Rollstuhlkategorien – denn es gibt nicht nur eine Art von Rollstuhl. Für die Zeitmessung können die Leute einen Screenshot hochladen von ihrer Laufapp oder ein Foto von der Laufuhr, wo die Distanz und die Zeit angezeigt wird. Wir haben ein Team von fünf Leuten, die am Lauftag nichts anderes machen, als die Laufzeiten zu überprüfen und ggf. versehentlich falsche Zeiten zu korrigieren. Wir legen Wert darauf, dass wir nicht einfach ein Medaillenladen sind, und dass nur die Leute eine verdiente Medaille bekommen, die auch tatsächlich gelaufen sind.

RUNNING: Wie läuft das Ganze beim Vereinslauf ab?

Kishor Sridhar: Die Grundidee ist, dass wir Laufvereine unterstützen wollen, denn die machen wahnsinnig viel für den Laufsport, aber die meisten ihrer Live-Events sind abgesagt. Wir haben Anfragen bekommen und machen auch eigene Laufveranstaltungen jeweils mit einem Verein zusammen. Beim Vereinslauf können Vereine deutschlandweit gegeneinander antreten. Wer mehr als 300 Mitglieder anmeldet, bekommt eine Medaille mit Band, das das Vereinslogo trägt. Die Vereine können diese Medaillen dann persönlich an die Teilnehmer übergeben. Auch kleine Laufvereine oder Lauftreffs können mitmachen, wir kümmern uns um die komplette Abwicklung. Es gibt nicht nur ein Vereinsranking, sondern auch ein Ranking der einzelnen Läufer. Damit bringen wir deutschlandweit wieder die Vereine zusammen. Über die eigene Vereinslauf-Gruppe auf Facebook können sich die Mitglieder aus verschiedenen Vereinen austauschen.

RUNNING: Auch hier wird wieder für einen guten Zweck gespendet.

Kishor Sridhar: Richtig. Das Geld geht an die Dirk Nowitzki-Stiftung, oder an die Jugendförderung. Wer mit mehr als 300 Läufern und Läuferinnen antritt, kann den Zweck selbst bestimmen. Wir haben Vereine, die schon lange eine wohltätige Stiftung bei sich am Ort unterstützen. Andere sagen, wir möchten das Geld für unsere Jugendarbeit nutzen. Dann geht das Geld an den Verein.

Wir haben auch schon bei verschiedenen anderen Läufen gespendet, bisher schon über 30.000 Euro insgesamt, vom Frauenhaus in Gifhorn bis zu Tierschutzvereinen oder einer Suizidhotline für Jugendliche und wir werden das auch in Zukunft fortsetzen.

RUNNING: Glaubst du, dass sich die virtuellen Läufe als Form verselbstständigen werden und bestehen bleiben, wenn wieder normale Verhältnisse mit den gewohnten Rennen einkehren?

Kishor Sridhar: Ich glaube, es wird eine Mischung sein. Ich selbst als Läufer vermisse diesen Massenstart. Aber ich kann ja auch nicht jeden Lauf mitnehmen, so macht man eben drei bis vier „reale“ Läufe und die anderen virtuell. Als Ergänzung sind die virtuellen Läufe sehr spannend. Es ist wie bei Facebook. das hat ja auch nicht reale Freundschaften ersetzt, sondern zusätzliche Möglichkeiten der Vernetzung geschaffen. Und die vielen „Freizeitläufer“ werden gerne weiterhin den Wettbewerb auch ohne Massenstart und vor allem dieses Gemeinschaftsgefühl bei uns suchen.

RUNNING-Experte

Kishor Sridhar

Kishor Sridhar ist für Ideen & Organisation zuständig. Er verschreckt das Team täglich mit den gefürchteten Worten: „Ich habe da eine tolle Idee… “ – Es gehen Gerüchte um, dass er manchmal nachts sogar schläft.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema?
HINWEIS: Um den Artikel zu kommentieren, melden Sie sich einfach mit Ihrem persönlichem Facebook-Account an.

Immer auf dem Laufenden sein?

 

Bestellen Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter!

+ GRATIS Whitepaper