Die Waage sagt nicht alles

Fit sein oder fit aussehen

Schlank sein gilt in unserer heutigen Gesellschaft als erstrebenswert. Wer möglichst wenig Speck besitzt, dem wird meist Sportlichkeit und Gesundheit attestiert. Traumfigur = Fitness. Doch geht diese Formel wirklich auf?
Text: Tabitha Bühne | Fotos: Pixabay

Wer bereits Zuschauer oder Teilnehmer einer größeren Laufveranstaltung war, dem ist sicher nicht entgangen: Diejenigen, die Bestzeiten laufen haben einen drahtigen Körper, der kein Gramm Fett erkennen lässt. Fest steht: Wie viel Gewicht Sie auf die Waage bringen, hat einen Einfluss auf die Leistung und vor allem auf die Gesundheit. Doch ist das äußerliche Erscheinungsbild nicht immer Spiegel des körperlichen Zustandes.

Ein runder Bauch, etwas zu stramme Oberschenkel oder Fettpölsterchen an der Hüfte – wer kennt sie nicht, die kleinen bis mittelgroßen Problemstellen des eigenen Körpers, die unzufrieden machen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Medienwelt uns täglich mit Traumkörpern konfrontiert.

Außen schlank und innen dick

Von einem schlanken Äußeren lässt sich jedoch nicht automatisch auf ein schlankes Inneres schließen. So können sich äußerlich allen Gewichts- und BMI-Idealen genügende Personen beim Blick ins Körperinnere als echte Risikopatienten entpuppen. Diese Menschen werden als Tofis (thin outside, fat inside) bezeichnet, besitzen kaum Muskelmasse, jedoch einen hohen Viszeralfett-Anteil.

Umgekehrt weisen athletische Sportler mit viel Muskelmasse und geringem Körperfettanteil oft einen BMI-Wert von über 25 auf, der sie als übergewichtig definiert. Wir sehen also: Weder das Körpergewicht, noch der Body-Mass-Index sagen etwas über die Gesundheit des Körperinneren aus.

Was heißt das konkret? Kommen wir zurück zum Viszeral-Fettanteil – dem entscheidenden Faktor, wenn es um Ihre Gesundheit und das Projekt Traumfigur geht. Besonders diejenigen, die eine sogenannte Apfel-Figur besitzen und damit Viszeralfett in der Körpermitte in Form eines Bauches anlagern, sind anfällig für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Da Viszeralfett anders als Unterhautfettgewebe sehr stoffwechselaktiv ist, produziert es verschiedene Signalstoffe, die den Glukose- und Fettstoffwechsel sowie das Hungergefühl beeinflussen. Wer einen Überschuss an viszeralem Fett hat, riskiert an Typ2-Diabetis, Schlaganfall oder Krebs zu erkranken. Deshalb gilt: Wer etwas für seine körperliche Fitness tut, nimmt nicht nur ab, da er Viszeralfett verliert, sondern schützt seine Gesundheit.

Drei Regeln für eine gesunde Gewichtsreduktion

Wie bereits angesprochen, ist Bewegung ein wichtiger Schlüssel zur Gesundheit und zur Gewichtsreduktion. Verzichten Sie auf im Internet beworbene Abnehmstrategien und befolgen Sie stattdessen drei einfache Regeln.

Abnehmen funktioniert über eine negative Energiebilanz. Das heißt: Verzichten Sie pro Tag auf Kalorien, jedoch auf maximal 500 kcal. Vermeiden Sie Einseitigkeit bei der Wahl der Nahrungsmittel. Und setzen Sie sich realistische Ziele.

Niemand nimmt auf gesunde Weise fünf Kilogramm in einer Woche ab. Orientieren Sie sich an der 1,5 Kilogramm-Marke pro Monat. Wer durch drastische Einschränkung der Energieaufnahme, ausuferndes Training oder einseitigen Nährstoffausschluss schnelle Erfolge erzielen will, zwingt seinen Körper in einen Sparmodus und bewirkt das Gegenteil.

Redaktion
Tabitha Bühne
Tabitha Bühne ist Autorin, Ernährungsberaterin und Systemischer Coach, liebt sportliche Herausforderungen wie Ultra-Läufe oder Etappenrennen und probiert gerne neue Trainingsmethoden aus.
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