Läufers Schlaf

Im Schlaf regenerieren

Heute gehe ich mal früher ins Bett, damit ich morgen fit bin. Ein sinnvolles Vorhaben, das jedoch zu oft misslingt. Doch gerade Sie als Läufer sollten die Bedeutung des Schlafs nicht unterschätzen. Denn er ist ein wichtiges Puzzle-Stück im Training.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: Fotolia

Nach dem Lauftraining heißt es regenerieren. Körper, Geist und Seele brauchen Ruhe, die Energietanks eine neue Füllung. Hier spielt Schlaf eine wichtige Rolle. Wer gesund und ausreichend schläft, ist im Alltag nicht nur leistungsfähiger, sondern sorgt außerdem dafür, dass der Körper sich nach einer Trainingseinheit schneller erholt. Während Sie ins Land der Träume reisen, gibt Ihr Körper alles, damit Sie möglichst gestärkt wieder aufwachen.

Regenerationsmotor Schlaf

In der Schlafphase laufen viele Körperfunktionen anders ab: Die Pulsfrequenz und der Blutdruck werden abgesenkt, Stoffwechselvorgänge werden reduziert und auch die Körpertemperatur nimmt leicht ab. Dadurch werden Erholungsprozesse in Gang gesetzt, die tagsüber unterdrückt werden. Durch die Ausschüttung von Wachstumshormonen werden die Regeneration der Muskelzellen sowie die Bildung von Eiweißen vorangetrieben. Auch kleinere Risse in den Muskeln werden im Schlaf repariert.

Umgekehrt wirkt sich das Lauftraining auch positiv auf Ihre Schlafqualität aus. Wer regelmäßig sportlich aktiv ist, profitiert von einem besseren Schlaf, vor allem in den Tiefschlafphasen. Jedoch sollten Sie darauf achten, Ihr Training nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen zu absolvieren. Vor allem um Einschlafprobleme zu vermeiden, ist es ratsam dem Körper nach der Laufeinheit ein bis zwei Stunden Zeit zu geben, um „runterzufahren“.

Nicht an Zeit sparen

So verschieden die Menschen, so individuell sind die Schlafbedürfnisse. Im Durchschnitt schläft der Deutsche rund sieben Stunden. Wer viel Sport treibt, dem empfehlen wir diese Durchschnittsgrenze zumindest nicht zu unterschreiten. Den Spitzensportlern unter Ihnen raten wir zudem zu einem regelmäßigen Mittagsschlaf. Je höher Ihre körperliche Aktivität, desto mehr Schlaf werden Sie vermutlich brauchen.

Grundsätzlich sind Sie gut beraten, wenn Sie die Signale Ihres Körpers nicht ignorieren. Denn wer zu wenig schläft, quält sich am nächsten Tag nicht nur mit Müdigkeit, sondern zögert auch die muskuläre Regenerationsphase hinaus. Also: Augen zu und durch.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren beruflich und privat mit dem Laufsport verbunden.
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