Pflichtausrüstung auf den Trails

Diese Sachen müssen dabeisein

Trails – das heißt Natur. Häufig heißt es auch Berge. Um darauf vorbereitet zu sein, sollten bestimmte Dinge im Laufrucksack nicht fehlen.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: Dynafit, Carsten Drecoll

Viele Veranstalter, die Laufevents in den Bergen anbieten, schreiben eine detaillierte Pflichtausrüstung vor und kontrollieren sie sogar vor dem Start. Das dient nicht nur der rechtlichen Absicherung. Trailrunner sollten – wie Wanderer oder Kletterer auch – bestimmte Vorsichtsregeln beherzigen und die Kräfte der Natur nicht unterschätzen. Folgende Sachen sollten bei einem mehrstündigen Ausflug in die Berge, ganz gleich ob im Rahmen eines Events oder auf eigene Faust, immer dabei sein.

Erstens: Essen und Trinken. Wasser und Energieriegel, die in etwa den benötigten Kalorien entsprechen, sollten mitgeführt werden. Auch beim Wasser sollte man nicht sparen, ein Liter, also zwei Soft Flasks sollten dabei sein, wenn es in die Natur geht. Hat man dann die Möglichkeit, sie unterwegs wieder aufzufüllen, umso besser.

Essen und Trinken: Eine Soft Flask von Hoka, ein Riegel von foodspring (+ ein Tuch aus Südtirol)

Zweitens: Die richtige Kleidung. In den Bergen gilt: Das Wetter kann sich überraschend schnell ändern, aus einem lauen Sommertag kann ein kalt-nebeliger Schneetag werden, Wind kann aufkommen. Regen das Leben schwer machen. Daher gehört eine Regenjacke und ein Midlayer in jeden Laufrucksack. Midlayer sind etwas dickere Kleidungsstücke, die zwischen Laufhemd und Jacke getragen werden. Am effektivsten sind solche aus hochwertiger Merinowolle, wie Icebreaker, Devold und andere sie herstellen. Sie sind leicht und können wirklich warmhalten. Wichtig dabei ist die Kombination mit der wasser- und winddichten Regenjacke. Die drei Lagen können lange warm und trocken halten.

Kleidung: Ein Rucksack von Ultimate Direction, eine Regenjacke von Dynafit, ein Midlayer von Devold

Im Hochgebirge gehören auch eine lange Hose sowie Handschuhe in den Rucksack. (Und natürlich sollte die Laufbekleidung moderne Funktionskleidung sein.) Immer hilfreich ist ein Multifunktionstuch.

Tipp: Ein zusätzliches Laufshirt einpacken. Muss man das Laufen unterbrechen oder wird es plötzlich kalt, ist es sehr hilfreich, ein trockenes Hemd anziehen zu können.

Geht es auf richtige Trails, sind robuste Schuhe mit viel Grip erforderlich. Trailrunning-Schuhe sucht man am besten bei Herstellern, die schon lange Erfahrung mit dem Thema haben, einfach weil sie sich – zusammen mit gesponserten Athleten – intensiv mit dem Bergsport auseinandergesetzt haben. Dynafit, Salomon, Adidas Terrex, Merrell, La Sportiva und andere sind solche Spezialisten. Die Sohle sollte ein richtig ausgeprägtes Profil haben und eine hochwertige Gummimischung. Für einen guten Grip ist das Gummi der Außensohle meist etwas weicher. Der Oberschuh sollte natürlich bequem und gleichzeitig sicher sitzen. Wichtig ist hier die Zehenfreiheit, denn bei Bergabläufen dürfen die Zehen nicht anstoßen. Zu stark gedämpft oder zu starr sollte der Schuh nicht sein. Den Untergrund sollte der Aktive spüren können.

Trailrunning-Schuhe: Salomon Ultra Glide; Dynafit Alpine

Drittens: Handy, Notfallnummer und Trillerpfeife. Auf längeren Touren das aufgeladene Smartphone mitnehmen … und zwar mit der vorher eingespeicherten Notfallnummer der Bergwacht. Das erleichtert den Hilferuf im Notfall, für einen selbst oder auch für andere. Ebenso empfehlenswert ist eine Bergversicherung. Sie deckt z.B: eine Bergrettung per Helikopter ab. Diese Rechnung kann leicht ein fünfstelliger Euro-Betrag werden.

Auch die Laufuhr sollte voll aufgeladen sein. Wer eine Routennavigation nutzt, muss wissen, dass eine engere GPS-Taktung erforderlich ist, die entsprechend mehr Energie benötigt. Die Laufzeit der Uhr muss auf jeden Fall den geplanten Einsatz deutlich übersteigen.

Viertens: Ein Erste-Hilfe-Päckchen sollte immer dabei sein. Es gibt verschiedene Fertig-Pakete von einschlägigen Herstellern. Aber man kann natürlich auch selbst ein entsprechendes Paket zusammenstellen. Es soll auf jeden Fall enthalten

– Mullbinde, elastisch (mind. 1 m) und Kompresse, sowie Klebeband

– Schere, Pinzette

– Desinfektionsmittel

– Pflaster, Wundauflagen

– ggf. Schmerzmittel (nicht gerinnungshemmend)

– Dreieckstuch

– Rettungsdecke (mit golderner und silberner Seite zum Wärmen bzw. Kühlen)

– eine wasserfeste Verpackung

– Medikamente, die man selbst ständig nimmt

– Eine Notfallkarte, die Auskunft über Ansprechpartner, bekannte Erkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten usw. gibt.

Erste Hilfe: Kompaktes Notfall-Päckchen mit wasserfester Tasche von Hoka

Fünftens: Es gibt weitere nützliche Dinge, die meist nicht gefordert werden, aber in der freien Natur sehr schnell wichtig werden können. Dazu gehört eine Streckenkarte aus Papier, mit der eine Orientierung möglich ist, auch wenn das Internet mal nicht erreichbar ist. Sehr brauchbar ist auch ein Outdoor-Messer, mit dem man Äste schneiden oder Stöcke abschälen kann, sowie ein Feuerzeug. Heutzutage sind auch Stirnlampen leicht und lassen sich kompakt zusammenfalten. Sonnenschutz und eine Sonnen-Laufbrille sind gleichfalls sehr empfehlenswert.

Zusätzlich: Eine Lauf-Sonnenbrille von Evil Eye, eine Stirnlampe von Petzl, ein Outdoor-Messer und ein Feuerzeug

Last, but not least: Respektiert die Natur. Unterschätzt nicht die Kräfte, die im Gelände oder am Berg wirken. Achtet auf Trittsicherheit. Gut ist auch, wenn das Hotel oder Bekannte wissen, wo ihr plant unterwegs zu sein. Und schätzt eure eigenen Fähigkeiten konservativ ein.

Dann ist Trailrunning nicht nur toll, sondern auch sicher.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren mit der RUNNING und mit dem Laufsport verbunden. Die Natur genießen, Städte erkunden und die unglaublichsten Geschichten entdecken – das ist Laufen.
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