Regeln und Rechte beim Online-Kauf

Mittlerweile gibt es nichts, das wir nicht auch online bestellen können. Mit wenigen Klicks landet der Laufschuh im virtuellen Einkaufskorb und wird innerhalb von ein paar Tagen zugestellt. Doch was, wenn die Schuhe nicht die Erwartungen erfüllen?
Fotos & Text: Dr. Carsten Drecoll

Entscheiden Sie sich dafür, Ihre Laufschuhe im Internet zu bestellen, müssen Sie auf einen wesentlichen Aspekt verzichten: die persönliche Beratung. Online-Anbieter stellen zwar virtuelle Berater zu Verfügung, letztlich liegen die Einschätzungen der anatomischen Gegebenheiten und des Laufverhaltens jedoch bei Ihnen. Sie entscheiden darüber, wie gerade Ihre Beinachse ist, ob Sie einen Hohl- oder Senkfuß besitzen oder ob Sie eher ein ambitionierter oder ein gelegentlicher Läufer sind. Abhängig von Ihren Antworten wird Ihnen am Ende des virtuellen Beratungsprozesses ein passendes Modell vorgeschlagen. Gekauft! Doch wie steht es um das Rückgaberecht, sollte der Schuh nicht passen?

Rückgaberecht

Wer über das Internet bestellt, für den gelten automatisch die Regelungen zum Fernabsatzgeschäft. Das heißt, das Gesetz gewährt Ihnen in den meisten Fällen ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Das bedeutet, dass Sie den Kaufvertrag innerhalb dieser Frist ohne Angaben von Gründen kündigen können. Hintergrund dieser Regelung: Im Internet haben Sie als Käufer weder die Möglichkeit die Ware richtig anzusehen, noch können Sie sie prüfen – anders als im Laden. Bestellt man nun Laufschuhe, sollte man das Betrachten und Testen daher zu Hause nachholen dürfen. Doch wie weit geht das „Testen“?

Wirft man einen Blick in die Widerrufsbelehrungen von Laufschuhanbietern, stößt man auf Sätze wie „Bitte beachten Sie, dass wir nur ungetragene Artikel zurücknehmen können“. Was nun? Gewiss: Ohne den Schuh zumindest einmal getragen zu haben, werden Sie ihn schlecht hinsichtlich seiner Qualität und Eignung beurteilen können. Doch es gibt Möglichkeiten: Testen Sie den Schuh beispielsweise auf trockener Straße oder noch besser auf dem Laufband im Fitnessstudio anstatt auf einem nassen Waldweg. So reduzieren Sie das Risiko von Gebrauchsspuren.

Hohe Kulanz von Händlern

Sollte der Laufschuh tatsächlich nicht passen oder aus anderen Gründen nicht für Sie in Frage kommen, können Sie besagtes Widerrufsrecht geltend machen und den Schuh innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen zurückschicken. Viele Händler nehmen die Ware ohne Vorliegen eines Mangels freiwillig zurück. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kontaktiert nach dem Testen den Händler und informiert ihn über das Rückgabeinteresse. Erfahrungsgemäß haben Sportgeschäftsketten eine recht hohe Kulanz, um den Kunden zu halten und zu binden, sodass Sie auch nach mehreren Testläufen mit dem Schuh eine gute Chance haben, diesen umzutauschen. Möglicherweise erhalten Sie auch eine Gutschrift für ein anderes Paar Laufschuhe.

PS: Bei diesem Ratgeber handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung. Möchten Sie für einen konkreten Fall juristischen Rat einholen, wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren beruflich und privat mit dem Laufsport verbunden.
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