The sound of silence

Laufen mit Musik

Musik an, Welt aus. Klingt einfach und schön, sollte aber mit Bedacht umgesetzt werden. Denn: Schallquellen direkt am Ohr sind ein Risikofaktor in Bezug auf Gehörschäden.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: GettyImages/Ostill

Das wohl stärkste Argument für Musik während des Laufens ist die Motivation. Positive Songtexte und Harmonien steigern nicht nur die Laune, sondern auch die Lust am Laufen und können sich dadurch positiv auf Ihre Leistung auswirken. Schnell passiert es dann, dass der Lautstärkeregler nach oben verschoben wird, um den eigenen Körper zusätzlich zu pushen und nur noch mit sich und der Musik zu sein.

Was passiert im Ohr?

Gerade, wenn die Musik jedoch von Kopfhörern direkt ins Ohr dringt, kann eine zu hohe Lautstärke Schäden verursachen. Über die Ohrmuschel gelangen die Schallwellen zum Trommelfell und versetzen es in Schwingungen. Diese Schwingungen werden wiederum über die Gehörknöchelchen auf die Hörschnecke des Innenohrs übertragen, wo rund 14.000 Haarsinneszellen sitzen. Deren Aufgabe ist es die Schwingungen in elektrische Nervenimpulse umzuwandeln, die ans Gehirn weitergeleitet werden und uns hören lassen.

Übersteigt die Lautstärke nun jedoch einen gesunden Wert, drohen bei Dauereinwirkung bleibende Gehörschäden. Grund dafür: Mit zunehmender Lautstärke wächst auch die Amplitude der Schallwellen, was zur Folge hat, dass die wichtigen Haarsinneszellen im Innenohr stärker umgebogen werden. Bekommen die Härchen keine Chance auf Erholung – in Form einer Hörpause – können sie sich nicht mehr aufrichten. Die Weiterleitung von bestimmten Frequenzen an das Gehirn ist damit gestört und es kommt zu Lärmschwerhörigkeit. Bereits bei 80 Dezibel, das entspricht der Lautstärke eines nahe vorbeifahrenden Motorrades, drohen bleibende Gehörschäden.

Kopfhörer und Hördauer

Vernünftig ist es daher, die Lautstärke stets herunterzuregulieren. Als Richtwert: 60 Prozent Lautstärke auf Smartphone oder MP3-Player entspricht besagten 80 Dezibel. Wer es lauter braucht, sollte unbedingt einige Regeln in puncto Kopfhörer und Hördauer einhalten. So tut man seinen Ohren beispielsweise etwas Gutes, indem man On-ear- statt In-ear-Kopfhörer trägt. Denn bei Letzteren besteht die Gefahr, dass der äußere Gehörgang komplett abgedichtet wird und der Schalldruck somit ungedämpft und direkt auf Trommelfell und Innenohr übertragen wird.

Kopfhörer, die Abstand und Luft zwischen Innenohr und Schallquelle bringen, lassen den äußeren Gehörgang offen und mindern so den Sturm auf die Haarzellen. Grundsätzlich sollte den Ohren regelmäßig eine Pause gegönnt werden. Nach einer Stunde Beschallung freuen sie sich über Luft, Licht und Ruhe.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren mit der RUNNING und mit dem Laufsport verbunden. Die Natur genießen, Städte erkunden und die unglaublichsten Geschichten entdecken – das ist Laufen.
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