Eine Hymne an die Merinowolle

Warum das Fell von Schafen funktionelle Vorteile bietet

Merinoschafe liefern weiche Feinwolle, deren Faserstruktur sich durch besondere funktionelle Eigenschaften von anderen Wollarten abhebt. Immer mehr Hersteller verwenden dieses hochwertige Material für Funktionsbekleidung.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: GettyImages/ENCHANT/KiraVolkov

Gegenüber Synthetik-Kleidung punktet die natürliche Sportswear mit ökologischer Nachhaltigkeit. Uns Läufern kommen vor allem die flexible Thermoregulation, das Feuchtigkeitsmanagement und der hohe Tragekomfort zugute.

Kühleffekt

Steigen die Temperaturen, wirkt die Assoziation „Wolle-warm-Winter“ für uns Läufer abschreckend. Doch zu Unrecht, denn die Fasern von Merinowolle können bis zu 35 Prozent des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass der Träger Nässe verspürt. Beginnen Sie also während des Laufens zu schwitzen, saugen die Merinofasern den Schweiß auf und trocknen zudem rasch wieder. Positiver Nebeneffekt: Die beim Trocknen produzierte Verdunstungskälte wirkt angenehm kühlend.

Feuchtigkeitsmanagement

Merinowolle nimmt nicht nur Feuchtigkeit auf, sondern wirkt durch seine besondere Oberflächenstruktur auch wasserabweisend, was besonders bei regnerischem Laufwetter praktisch ist.

Atmungsaktivität

Durch ihre starke Kräuselung und Wellenstruktur liegen Merinofasern sehr locker aufeinander. Das ermöglicht eine gute Luftzirkulation.

Kratz- und Geruchs-Freiheit

Mit Wollpullis verbinden viele ein unangenehmes Tragegefühl. Doch im Vergleich zu kratziger Schurwolle verbiegen sich die elastischen Merinofasern beim Hautkontakt. Was wir fühlen, ist dann flauschig-weich.

Und auch in Sachen Geruch bleibt es mit Merino-Sportswear angenehm. Die schuppige Oberfläche der Merinowolle bietet keinen Platz für Abgas produzierende Bakterien. Während Synthetik schnell nach Schweiß und Chemie riecht, besitzt Merinowolle durch das Faserprotein Keratin zudem einen Selbstreinigungsprozess. Gerade Ultraathleten profitieren unterwegs davon, ein Shirt mal eben durchlüften zu lassen und anschließend wieder tragen zu können.

Fazit

Merinowolle kratzt nicht, stinkt nicht, hält warm und atmet. Greifen Sie beim Kauf Ihres nächsten Laufshirts doch einfach mal zur tierischen Variante und überzeugen Sie sich selbst. Vielleicht kommen auch Sie – wie so viele Hersteller – dann auf das Schaf.

 

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren mit der RUNNING und mit dem Laufsport verbunden. Die Natur genießen, Städte erkunden und die unglaublichsten Geschichten entdecken – das ist Laufen.
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