Rauchzeichen einstellen

Rauchen und Laufen?

Rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland raucht – darunter auch einige, die regelmäßig Sport machen. Für den Körper ist diese „Belohnung“ jedoch alles andere als ein Geschenk.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: TomWang112/istockphoto.com

Wer regelmäßig raucht und läuft, wird wissen, wovon wir sprechen: Die Puste bleibt weg, das Herz pumpt wie wild und ein lästiger Husten setzt ein. Alarmsignale Ihres Körpers, die einen Hinweis darauf geben, wie schädlich Zigarettenrauch ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit wirkt sich die Nikotinsucht zudem negativ auf Ihre sportliche Leistung aus.

Wenn die Luft wegbleibt

Schuld daran ist der chemische Stoff Kohlenmonoxid, den Raucher über die Verbrennungsgase der Zigarette aufnehmen. Dieser bindet sich an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der normalerweise für den Transport von Sauerstoff im Körper zuständig ist. Da das Kohlenmonoxid jedoch den Transport blockiert, werden Zellen und Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Folge: Die Luft bleibt weg.

Und die holen Sie sich auch nicht wieder, indem sie einfach vor dem Lauf auf Ihre Zigarette verzichten. Im Gegenteil: Der Sauerstofftransport ist bis zu 24 Stunden nach dem Zug an der Zigarette gestört. Und das ist noch nicht alles. Durch das Nikotin werden außerdem die Blutgefäße geschädigt. Sie ziehen sich zusammen, das Blut kann schlechter zirkulieren, das Risiko für Bluthochdruck und Herzinfarkt steigt.

Der Sucht davonlaufen

Nachdem kein Zweifel mehr daran besteht, dass Rauchen per se ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt und in Kombination mit dem Laufen nur Nachteile mit sich bringt, ist es an der Zeit damit aufzuhören. Und der beste Moment dafür ist der, den Sie sich selbst setzen. Treffen Sie für sich die Entscheidung, das Rauchen zu beenden – das ist der erste Schritt in Richtung Nikotinfreiheit.

Was dann auf Sie zukommt, ist gewiss nicht einfach, doch haben es schon viele vor Ihnen geschafft. Und Sie sind im Vorteil: Der Laufsport wird Sie im Entzug unterstützen. Körperlich aktiv zu sein, hebt nicht nur die Stimmung, sondern entspannt und lenkt ab. Hilfreich ist es außerdem, Situationen, in denen Sie regelmäßig geraucht haben, durch andere Rituale zu ersetzen sowie Orte zu vermeiden, die mit dem Rauchen in Verbindung gebracht werden.

Bleiben Sie stark

Erinnern wir uns an dieser Stelle kurz zurück: Vor rund zwei Monaten haben wir Ihnen den Laufeinstieg schmackhaft gemacht, Sie mit Tipps ausgestattet, die hoffentlich dafür gesorgt haben, dass Sie den Weg und die Liebe zum Laufen entdeckten. Vermutlich haben Sie die ersten Kilometer ordentlich Überwindung gekostet und waren nicht ganz angenehm. Denken Sie daran, wenn Sie gegen den Wunsch nach einer Zigarette ankämpfen. Ebenso wie den Sprung in die Laufschuhe werden Sie mit Ausdauer und Geduld auch den Absprung vom Rauchen schaffen. Wir drücken Ihnen ganz fest die Daumen!

 

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Tabakrauch ist hoch toxisch – Sportlich Aktive sollten sich vor ihm wie auch vor Abgasen aus Verkehr und Industrie schützen.
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