Beat oder Bienensummen?

Laufen mit Musik

Der Refrain des Lieblingssongs oder der Soundtrack der Natur? Wenn es um das Thema Laufen mit Musik geht, scheiden sich die Geister.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: GettyImages/Martinan

Das stärkste Argument für Musik während des Laufens ist die Motivation. Positive Songtexte und Harmonien steigern nicht nur die Laune, sondern auch die Lust am Laufen und können sich dadurch positiv auf Ihre Leistung auswirken. Das gilt insbesondere dann, wenn die Musik so gewählt ist, dass der Rhythmus dem eigenen Laufrhythmus entspricht und dafür sorgt, dass Sie ein gleichmäßiges Tempo halten. Hier empfiehlt sich der Blick auf die sogenannten „Beats per Minutes“ (BPM) eines Songs. Im Optimalfall wählen Sie Songs, deren Beat im Bereich Ihres Herzschlages liegt. Zur Orientierung: Lockeren Läufern wird ein BPM von 110-130 empfohlen, schnellere Sportler drehen am besten auf Songs mit 160 BPM ihre Runden.

Umweltgeräusche nicht übertönen

Doch gleichzeitig kann sich die Musikwahl kontraproduktiv auf Ihre Leistung auswirken, wenn der Rhythmus der Songs variiert und den Laufrhythmus immer wieder stört. Darüber hinaus werden – durch die Präsenz der Musik – körperliche Signale gerne überhört. Gerade Laufanfänger sollten körperliche Reaktionen wie Schmerz oder Anstrengung jedoch nicht mit Musik übertönen. Wir empfehlen: Lassen Sie sich zu Beginn Ihrer Laufkarriere von Ihren Lieblingssongs für das bevorstehende Training motivieren und konzentrieren Sie sich während der Einheit erst einmal auf Ihre Atmung, Ihre Schrittfrequenz sowie die richtige Laufhaltung. Wenn Sie Ihren Rhythmus gefunden haben, können Sie diesen mit Musik unterstützen.

Taub für die Umwelt?

Je nachdem, wo Sie unterwegs sind, kann das Laufen mit Musik schnell zu einer Gefahr werden – für Sie und andere. Ist die Musik zu laut eingestellt oder versinken Sie vollkommen in den Liedzeilen, so sinkt im Gegenzug Ihre Aufmerksamkeit für die Dinge, die um Sie herum geschehen. Sie sind weniger empfänglich für Verkehrsgeräusche – ein großes Risiko, wenn Sie sich vorwiegend in der Stadt bewegen. Auch ein aufziehendes Gewitter wird durch Musik in den Ohren viel später bemerkt und kann zur Gefahr werden, wenn Sie sich bereits in den Tiefen des Waldes befinden. Wichtig daher: Wägen Sie immer ab, ob die Musik Ihr Lauftraining unterstützt, oder eher Nachteile mit sich bringt und passen Sie die Lautstärke dementsprechend an.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren beruflich und privat mit dem Laufsport verbunden.
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