Des Menschen Freund, des Läufers Feind?

Hunde auf der Laufstrecke

Ein gemütlicher Lauf durch den Park, herrlicher Sonnenschein und in der Ferne: ein Hund. Sicher kein Bild mit Seltenheitscharakter, und doch haben viele Sportler ein ungutes Gefühl, an dem fremden Vierbeiner einfach cool vorbeizulaufen.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: Marcel Milow

Wem schon von Weitem angst und bange wird, wenn er einen Vierbeiner sieht, dem kommt vermutlich als Erstes die Flucht in den Sinn. Doch bietet es sich nicht immer an, die Trainingsroute zu ändern – und das müssen Sie auch gar nicht. Gut beraten ist, wer sich dem Hund langsam nähert, nicht frontal auf ihn zu- und ohne Augenkontakt an ihm vorbeiläuft. Damit zeigen Sie dem Hund ohne Worte, dass Sie kein Interesse an ihm haben. In den meisten Fällen wird auch das Tier keinen Grund haben, sich mit Ihnen beschäftigen zu wollen.

Wer sich einem Herrchen-Hunde-Paar von hinten nähert, sollte im Vorfeld durch einen kurzen Zuruf auf sich aufmerksam machen. „Achtung, es kommt jemand von hinten“ genügt in der Regel, um das Herrchen vorzubereiten. Wer schnell vorbeiflitzt oder den Hund gar überspringt, riskiert hingegen ein Zuschnappen in die Wade. Auf Nummer sicher geht außerdem, wer nicht nur seine Anwesenheit, sondern gleichzeitig auch seine Angst frühzeitig ankündigt, den Schritt verlangsamt und dem Herrchen damit die Chance gibt zu reagieren. Die meisten Herrchen sind sogar dankbar für ein solches Signal.

Laufende Herrchen und Frauchen

Neben denen, die bei ihrer Laufrunde gut und gerne auf Hunde verzichten würden, gibt es auch jene, die sich beim Laufen bewusst für die tierische Begleitung entscheiden. Hier können wir davon ausgehen, dass Zwei- und Vierbeiner bereits gut miteinander auskommen. Und tatsächlich ist es keine schlechte Idee, den Hund – als bewegungsliebendes Tier – mit zum Laufen zu nehmen. Doch gibt es auch hier Dinge zu beachten.

Wie wir Menschen, sind auch Hunde unterschiedlich. Während sich die eine Rasse für eine schnelle Tempoeinheit eignet, quält sich die andere bei einem zu schnellen Laufschritt. Entscheidend ist, dass Hund und Läufer den gleichen Laufrhythmus haben. Damit das Tier mit einem gewissen Freiraum neben dem Herrchen mitlaufen kann, empfiehlt sich außerdem ein Gürtel mit einer Leine, die einen Ruckdämpfer besitzt.

Außerdem wichtig: Für Hunde muss Bewegung Sinn machen. Während Sie als Läufer durch das Training zum Beispiel Ihre Ausdauer verbessern oder Gewicht reduzieren möchten, erfüllt das bloße Rennen für Ihren Begleiter keinen Zweck. Erst wenn ein Ball oder die Suche nach Futter ins Spiel kommt, entsteht für Hunde ein Sinn. Daher sollte die gemeinsame Laufeinheit keinesfalls andere Ausflüge ersetzen, die den Hundebedürfnissen entgegenkommen.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren mit der RUNNING und mit dem Laufsport verbunden. Die Natur genießen, Städte erkunden und die unglaublichsten Geschichten entdecken – das ist Laufen.
Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema?
HINWEIS: Um den Artikel zu kommentieren, melden Sie sich einfach mit Ihrem persönlichem Facebook-Account an.

Immer auf dem Laufenden sein?

 

Bestellen Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter!

+ GRATIS Whitepaper