Natürliche Helfer

Homöopathie für Läufer

Unser Stichwort heute lautet diesmal: „Natural Healing“. Heilen mithilfe der Natur ist beliebt und wird auch bei den typischen Läuferbeschwerden nachgefragt. Doch was können naturkundliche Mittel für den Athleten leisten?
Fotos & Text: Dr. Carsten Drecoll

Natural Healing, die Behandlung von Beschwerden am Bewegungsapparat mit naturheilkundlichen Anwendungen, besticht durch einen in Jahrtausenden erworbenen Erfahrungsschatz. Dabei ist die Naturheilkunde keine Alternative zur ärztlichen Behandlung, sondern vielmehr eine unterstützende und ergänzende Maßnahme zur klassischen Schulmedizin.

Selbstheilungskräfte aktivieren.

Ziel der Naturheilkunde ist es, die körpereigenen Selbstheilungsfähigkeiten ganzheitlich zu aktivieren. Dabei geht es nicht nur um die bloße Symptomlinderung, sondern ebenso um Ursachenbekämpfung, damit gleiche oder ähnliche Beschwerden in Zukunft vermieden werden. Am Anfang einer naturheilkundlichen Therapie steht immer die Anamnese, der behandelnde Fachmann informiert sich umfassend über die Vorgeschichte der Krankheit, mitunter bezieht er dafür Erkenntnisse aus der modernen Schulmedizin mit ein.

Ist das Krankheitsbild durchleuchtet, steht die Entscheidung für eine passende Therapieform an. Die Naturheilkunde hält hier ein vielfältiges Methodenspektrum bereit. In der Praxis zeigt sich, dass häufig eine Kombination verschiedener Anwendungen die bestmögliche Heilung verspricht. Schmerztherapeutisch bewähren sich zum Beispiel Nadelreiztherapien, wie die Akkupunktur: Hier werden Stauzustände und Energieblockaden durch gezielte Stichreize gelöst. Anwendung findet die Akupunktur vor allem bei akuten oder chronischen (Gelenk-)Schmerzen.

Jetzt wird’s blutig

Als besonders wirkungsvoll bei lokalen, muskulären Schmerzen oder Überlastungen (z. B. Läuferknie, Achillessehnenreizung oder Schienbeinkantensyndrom) erweist sich die Blutegeltherapie. Das Geheimnis liegt hier im Speichelsekret der Tiere, das diese an entsprechender Körperstelle einspritzen. Dadurch werden Zellgifte aus dem Körper ausgeleitet und Schmerzen gestillt. Besonders entzündliche Beschwerden lassen sich naturheilkundlich behandeln, ohne dass man direkt in die Schmerzzone injizieren muss. Der Einsatz von Heilpflanzenextrakten kann die Wirkung verstärken.
Den Heilungsprozess von Muskeln, Sehnen und Gelenken kann man gut mit der Platelet-Rich-Plasma (PRP)-Eigenbluttherapie unterstützen. Dabei wird Venenblut entnommen, mit Blutplättchen und verschiedenen Bluteiweißen angereichert und wieder in das Gelenk injiziert.

Grenzen der Naturheilkunde

Immer wieder umstritten in der Naturheilkunde ist die Homöopathie, eine Therapieform, die ebenfalls darauf abzielt die Selbstheilungskräfte des Körpers durch hochverdünnte Wirkstoffe zu stimulieren. Die Erfahrung zeigt, dass sich z. B. Schüsslersalze bewähren, um den Mineralhaushalt zu normalisieren oder eine wertvolle Begleittherapie sind, um den Knochenstoffwechsel des Körpers bei Verletzungen zu stärken.

Die Naturheilkunde stellt verschiedene Methoden zur Verfügung, die besonders bei chronischen Beschwerden, die auf Verschleiß oder Überlastung zurückzuführen sind, wirkungsvoll sein können. Nichtsdestotrotz gilt es stets zu berücksichtigen, dass Verletzungen, bei denen Bänder gerissen, Knochen gebrochen oder Körperstellen infiziert sind, nicht ohne eine Erstversorgung beim Arzt auskommen.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren mit der RUNNING und mit dem Laufsport verbunden. Die Natur genießen, Städte erkunden und die unglaublichsten Geschichten entdecken – das ist Laufen.
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