Infekte und Sport

Nicht nur in der kalten Jahreszeit leiden viele Sportler an Infekten. Aktiven Menschen stellen sich dann gleich mehrere Fragen. Vorbeugung und Behandlung sind Themen, aber auch die Frage, wann man keinen Sport treiben sollte.
Text: Dr. Jörg Hennig | Fotos: 123RF.COM

Infekte betreffen alle Menschen und werden durch Erreger ausgelöst. Sport ist generell ein gutes Mittel, um gesund zu bleiben und die eigenen Abwehrkräfte zu stärken. Allerdings sind auch aktive Menschen nicht völlig immun. Leistungsorientierte Sportler können sogar verstärkt zu Infekten neigen, weil sie sich zu stark belasten.

Vorbeugung ist das A und O

Auch für Athleten ist also Vorbeugung angesagt. Um Erregern das Leben schwer zu machen, ist bereits eine grundlegende Hygiene effektiv. Händewaschen gehört dazu. Aber man sollte auch die gemeinsame Nutzung von Trinkgefäßen sowie den körperlichen Kontakt zu bereits erkrankten Menschen vermeiden. Bei Grippewellen hält der Sportler von größeren Menschenansammlungen lieber Abstand. Dazu reicht bereits eine Armlänge Distanz. Anhusten lassen sollte man sich gleichfalls nicht.

Es gibt weitere Wege, sich zu wappnen. Impfungen sind nach wie vor ein gutes Mittel gegen Infektionserkrankungen. Saunagänge und Wechselduschen sind naturheilkundliche Methoden, die gut wirken. Ausreichender Schlaf ist nicht nur für die Regeneration nötig, die jeder Sportler braucht, sondern auch für ein optimales Immunsystem.

Die richtige Kleidung hilft

Der klassischen Erkältung lässt sich darüber hinaus mit der richtigen Kleidung begegnen. Starkes Schwitzen und anschließendes Auskühlen können durch Funktionskleidung vermieden werden. Zudem sollte die Kleidung nicht zu warm sein. Ein leichtes Frösteln am Anfang heißt meist, dass man fürs Training richtig angezogen ist. Vor kalter Luft, welche die Atemwege auskühlt und austrocknet, kann sich der Aktive mit dem Atmen durch die Nase oder mit einem Tuch schützen.

Und wenn die Erkältung doch kommt

Trotz aller Vorbeugung kann es indes immer noch zu Infekten kommen. Je nach Ausprägung und Hintergrund gilt es für Sportler dann, ein paar Dinge zu wissen und zu beachten. Grundsätzlich gilt: Mit Erkrankungen, besonders einer Erkältung, darf kein Sport gemacht werden. Lediglich bei leichten Beeinträchtigungen ohne eine Reaktion des gesamten Körpers, wie insbesondere Fieber, ist ein moderates Training möglich. Ansonsten gilt: gerade bei Fieber oder Lymphknotenschwellung abwarten und richtig auskurieren, bei der Gabe von sogenannten „Grippemitteln“ sogar bis zu einer Woche nach Abklingen der Beschwerden. Auf keinen Fall kann man einen Infekt „ausschwitzen“ oder ihm gar „weglaufen“.

Häufen sich die Infekte, kann dies sogar am Sport und der damit verbundenen Belastung liegen. In diesen Fällen sollte auf eine Immunschwäche oder das Übertrainingssyndrom untersucht werden. Die Therapie der Wahl sind dann eine Reduzierung der Trainingsumfänge und -intensität sowie längere Regenerationsphasen.

Gesunde Ernährung

Zu den natürlichen Maßnahmen gehört auch eine gesunde Ernährung, durch die Mangelerscheinungen vermieden werden. Da durch sportliche Aktivität mehr Mikronährstoffe verloren gehen, muss die Ernährung eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Spurenelementen, Fett- und Aminosäuren sicherstellen. Auch Stressreduktion ist, soweit möglich, hilfreich.

Therapieansätze

Ausschließlich bakterielle Erkrankungen werden mit Antibiotika behandelt. Bei den meisten Erkrankungen der oberen Atemwege, die durch Viren ausgelöst werden, wird mit Inhalationen, Nasentropfen und erhöhter Flüssigkeitsaufnahme therapiert.

Das Training sollte mit einer moderaten Belastung aufgenommen werden. Der Versuch, ausgefallene Trainingseinheiten anschließend nachzuholen, ist nicht sinnvoll, schließlich muss die Leistungsfähigkeit nach einer Pause neu aufgebaut werden. Intensives Training sollte auch erst zwei Wochen nach einem schweren Infekt wieder erfolgen.

Dr. med. Jörg Hennig

  • Akademische Lehrpraxis der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Zusatzbezeichnung Sportmedizin
  • Im Vorstand des Sportärztebund Westfalen
  • DGSP-Experte für Fitness- und Gesundheitssport
  • Empfohlener Untersucher des DOSB
Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema?
HINWEIS: Um den Artikel zu kommentieren, melden Sie sich einfach mit Ihrem persönlichem Facebook-Account an.