So geht’s erfolgreich durch die Herbstsaison

Tipps für Ihren Herbstmarathon

Wie nutzen Sie am besten die Zeit zwischen Sommerferien und dem Raceday im Herbst? Hier unsere Tipps für Ihren Endspurt.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: Armin Schirmaier

Im Herbst locken fantastische Marathons sowohl in Deutschland als auch in ganz Europa. Hierzulande finden mit dem Berlin Marathon und dem Frankfurt Marathon zwei absolute Spitzenveranstaltungen statt – bei beiden werden wir vor Ort sein und berichten. Für Ihren Herbstmarathon haben Sie nun schon etliche Wochen trainiert, vielleicht im Frühjahr auch bereits einen Halbmarathon zur Vorbereitung absolviert. Jetzt standen noch die Sommerferien mit der Familie an. Daher gilt es nun, das Lauftraining wieder aufzunehmen. Was kann man jetzt noch tun?

Wiedereinstieg

Ja, es ist ein kleiner Wiedereinstieg, wenn Sie – hoffentlich gut erholt – aus den großen Ferien zurück sind und das regelmäßige Lauftraining wieder aufnehmen. Fangen Sie erstmal wieder langsam an, kleine Schritte, eine gewohnte Runde, genügend Pausen zwischen den Läufen. Nicht nur Ihr Körper muss sich wieder an das Lauftraining gewöhnen, auch sonst gilt es, wieder in den Alltag hineinzufinden, nicht selten sind die ersten Tage stressig. Liegengebliebenes aufarbeiten, endlose E-Mails lesen und To-do-Listen erstellen. Also gilt: nicht gleich alles auf einmal wollen.

Materialcheck

Der große Tag ist vielleicht noch sechs Wochen entfernt. Genügend Zeit also, ein paar praktische Vorbereitungen zu treffen. Dazu gehört: Schuhe und Socken prüfen. Haben Sie alles, um sich auf 42 Kilometern wohlzufühlen? Sollten die Laufschuhe vielleicht doch schon etwas älter sein oder die Socken nicht mehr optimal sitzen, ist jetzt noch genügend Zeit, um neues Material zu besorgen, im Training zu testen und sich einzugewöhnen. Mit einer Pulsuhr können Sie zudem Ihre Laufgeschwindigkeit und Ihre Fitness überprüfen. Überlegen Sie, welche Wettkampfgeschwindigkeit für Sie realistisch ist und welche Pacemaker für Sie die richtigen sind. Auch der Test des optimalen Essens und Trinkens ist nun angebracht. Vertragen Sie Iso-Getränke? Was ist das beste Frühstück für Sie? Tipp: Nehmen Sie gerade bei unbekannten Veranstaltungen immer einen Riegel oder ein Gel mit, das Sie gut kennen. Manche Marathons bieten üppige Streckenverpflegung, manche aber auch überraschenderweise nur karge Kost.

Abschlusstraining

Nun können Sie je nach Fitnesslevel noch einige Intervalleinheiten oder auch den einen oder anderen längeren Lauf (ca. zwei Stunden) machen. Doch vergessen Sie nicht: Je näher der Wettkampf rückt, desto wichtiger wird es, dass Sie nicht in eine Erschöpfung geraten und vor allem sich nicht noch eine Verletzung zuziehen. Dabei kann die eine oder andere Alternativsport-Einheit sehr nützlich sein. Bevor Sie sich noch einmal auf der Laufstrecke schinden, steigen Sie mal aufs Rad und fahren einfach ein paar Stunden. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie zudem einige Läufe zu der Uhrzeit unternehmen, an der auch der Wettkampf stattfindet. So stellen Sie Ihre innere Uhr richtig ein.

Die letzten zwei Wochen

Nun gehen Sie bitte in den Landeanflug über. Das heißt: Belastung reduzieren und sukzessive das Training herunterfahren. Keine Sorge, die Arbeit ist jetzt getan. Nun brauchen Sie sich nur noch richtig auszuruhen und gut ausgeschlafen an den Start gehen.

Am Raceday wissen Sie nun, was Sie am besten frühstücken, und haben entschieden, was Sie anziehen. Wärmen Sie sich ein wenig auf und laufen Sie relaxt los. Da Sie wahrscheinlich nicht zu den Eliteläufern gehören, sollten Sie Publikum, Musikbands und die jubelnde Familie am Wegesrand genießen. Laufen Sie unbedingt Ihr eigenes Rennen. So kommen Sie mit einem Lächeln ins Ziel.

Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren mit der RUNNING und mit dem Laufsport verbunden. Die Natur genießen, Städte erkunden und die unglaublichsten Geschichten entdecken – das ist Laufen.
Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema?
HINWEIS: Um den Artikel zu kommentieren, melden Sie sich einfach mit Ihrem persönlichem Facebook-Account an.