Laufschuhe im Test

Asics Gel Cumulus 21 und Hoka one one Rincon

In unserer Redaktion kamen in diesem Sommer zwei neue Schuhkreationen an, die unterschiedlicher kaum sein können. Für uns eine Gelegenheit, beide Modelle einem aktiven Lauftest zu unterziehen und zu vergleichen.
Text: Dr. Carsten Drecoll | Fotos: Hersteller

Schon beim Auspacken ist klar: Hier sind zwei ziemlich gegensätzliche Laufwerkzeuge zu uns gekommen. Der Asics Gel Cumulus 21 ist ein Schwergewicht und beweist schon beim ersten Hineinschlüpfen, dass er dem Fuß ein gehöriges Maß an Stabilität angedeihen lassen wird. Der Rincon von Hoka one one ist hingegen, auch wenn er äußerlich massiv aussieht, ein Leichtgewicht. Auf der Waage trennen bei den getesteten Modellen (Herren US 13) fast 100 Gramm die beiden Schuhe. Auch das Tragegefühl ist grundverschieden.

Asics
Gel Cumulus 21

Der Klassiker in seiner 21. Auflage. Der Gel Cumulus dürfte für viele Läufer kein Unbekannter sein. Auch die 21. Version wartet mit den Asics-typischen Eigenschaften dieser Produktlinie auf: eine feste, sehr solide Fersenkappe, die dennoch angenehm sitzt, ohne einzuengen, die sehr komfortable Dämpfung, mit dem Gel-Element im Fersenbereich und einer EVA-Zwischensohle, der Guidance-Line, die den Fuß beim Abrollen führt, und einer allgemein guten Passform. Im Vergleich zu früheren Zeiten ist auch die Energierückgewinnung bei Asics deutlich besser geworden. Die Fußspitze wird durch eine robuste Zehenkappe geschützt. Die Sprengung beträgt 10 Millimeter. Das Obermaterial aus Jacquard-Mesh gehört nicht zu den luftigsten, hat aber auch im warmen Freiburger Sommer keine Probleme bereitet. Auch für Herbst und Winter besitzt der Schuh genügend Fütterung. Die Außensohle ist sehr robust und bietet auf der Straße genügend Halt. Die Mittelfußführung kommt auch mäßigen Pronierern zugute, ohne dass der Schuh im eigentlichen Sinne ein gestützter Schuh ist.

Fazit: Ein stabiler Allrounder, der für Breitensportler und längere Läufe sowie als Trainingsgerät sehr gut geeignet ist. Mit 295 Gramm (Herstellerangabe, unser Modell wog ca. 350 Gramm) ist er kein Leichtgewicht, was ihn aber auch für größere und schwerere Läufer attraktiv macht. Die stabile und hochklassige Verarbeitung verspricht zudem Langlebigkeit.
Preis: 140 Euro
Hersteller: www.asics.com
Hoka one one
Rincon

Ist der leicht! Selbst bei der getesteten Größe 13 kommt er gerade mal auf 243 Gramm (Herstellerangabe 218 Gramm). Beim ersten Hineinschlüpfen fühlt sich die Passform gut an und man ist erstaunt, dass der Hoka gar nicht so hochhackig ist, wie er aussieht; tatsächlich hat er nur 5 Millimeter Sprengung. Auch das Mesh-Obermaterial atmet Leichtigkeit und ist einlagig. Schon die ersten Laufschritte zeigen: Dieses Modell hat einen sehr direkten Bodenkontakt, die Führung des Fußes fällt schwach aus. Auch die Außensohle ist ganz auf Schnelligkeit und Leichtigkeit getrimmt. Hoka wirbt für den Rincon, der seinen Namen dem gleichnamigen Surfgebiet entliehen hat, mit dem Spruch „Time to fly“. Für unseren Tester (192 Millimeter, 83 Kilogramm) erwies sich der Hoka als zu schwammig und die Dämpfung als zu gering. Das dürfte bei leichteren und kleineren Läufern, die stärker auf Schnelligkeit aus sind, jedoch anders wirken.

Fazit: Wettkampfschuh, im Training für Tempoeinheiten oder Intervalle geeignet. Eher für Fortgeschrittene gemacht, die bereits über eine gute Lauftechnik verfügen. Der Rincon ist ein reiner Straßenschuh und für den Sommer entwickelt. Für schwerere oder größere Läufer funktioniert dieses Modell nicht so gut.
Preis: 119 Euro
Hersteller: www.hokaoneone.eu
Redaktion
Dr. Carsten Drecoll
Dr. Carsten Drecoll, langjähriger Redakteur bei Buch- und Zeitschriftenverlagen, ist seit über 15 Jahren mit der RUNNING und mit dem Laufsport verbunden. Die Natur genießen, Städte erkunden und die unglaublichsten Geschichten entdecken – das ist Laufen.
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